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AIDS, HIV: Zunehmende Sorge in Afrika, immer mehr Sorglosigkeit in Deutschland - Welt-AIDS-Tag 2007

abgelegt im Archiv Infektionskrankheiten, Epidemien , Prävention, Gesundheitsvorsorge am 03.12.07

AIDS, HIV: Zunehmende Sorge in Afrika, immer mehr Sorglosigkeit in Deutschland - Welt-AIDS-Tag 2007
Wieder so ein Jahrestag, ein weiteres Datum der "des-Jahres"-Inflation - allerdings muss man auch sagen: dies ist einer der sinnvollsten. Am ersten Dezember fand wieder der "Welt-AIDS-Tag" statt. Ein paar Nachbemerkungen: Lässt man die verschiedensten Meldungen, Sendungen und Kampagnen Revue passieren (soweit man sie mitbekommen hat) ergeben sich drei Linien:
(1) In Afrika steigen die Zahlen weiter in beängstigendem Maße - nur wird das Thema überhaupt jetzt erst offiziell richtig ernst genommen;
(2) in Deutschland (und auch anderen Ländern rundherum) macht sich im Gegenteil eher zunehmende Sorglosigkeit breit, die Zahlen steigen aber auch hier;
(3) der Infektionszuwachs ausgerechnet bei Kindern ist nach wie vor erschreckend hoch.

Erstmals hat in Deutschland ein Empfang zum Thema AIDS stattgefunden, an dem sich eine afrikanische Botschaft beteiligt hat. Das war bereits am 29. November. Der Botschafter der Republik Mosambik hatte mit der Deutschen AIDS-Stiftung zusammen eingeladen, andere afrikanische Botschafter waren dabei. Das südliche Afrika ist weiterhin die am meisten betroffene Region der Welt - 22 Millionen Infizierte sind es insgesamt, über die Hälfte: nämlich 61 Prozent davon sind Frauen. DREAM (= Drug Ressource Enhancement against AIDS and Malnutrition) heißt das mosambikanische Programm, das die Deutsche AIDS-Stiftung unterstützt. Dazu gehört auch ein schon jetzt erfolgreiches Programm gegen die Mutter-zu-Kind-Übertragung.
S. Page der AIDS-Stiftung

Auch in Deutschland ist keine Entwarnung angebracht - obwohl die Zahl der Todesfälle gesunken ist. Rund 3000 Menschen haben sich dieses Jahr neu infiziert - fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Etwa 59.000 Menschen insgesamt werden es Ende 2007 sein, die mit HIV leben - und bei denen die Gesellschaft, anders als in Afrika, für die teuren Medikamente sorgen kann. Das dürfte auch der Hauptgrund dafür sein, dass die Sorglosigkeit gestiegen ist: die Illusion, man könne ja noch gut jahrelang weiterleben. Von der ansteckung werden aber längst nicht mehr nur die sogenannten "Risikogruppen" ereilt - eine weitere Illusion, es könne nur Homosexuelle und Junkies treffen. (Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung 1. Dez. 2007.)

1.100 Kinder infizieren sich jeden Tag weltweit neu - jeden Tag! Das bedeutet eine neues "Rekordniveau" von schätzungsweise 2,5 Millionen. Das teilt UNICEF in diesem Jahr mit. Die Gefahr für Kinder sei bisher unterbewertet worden, sagt der Vorsitzende des deutschen Forschungsverbundes "Kompetenznetz HIV/AIDS". Dabei könnte man die Übertragung von Mutter zu Kind fast gänzlich verhindern.
Mehr Infos bietet die UNICEF-Seite - wo auch eine Videobotschaft des Tennisstars Roger Federer anzusehen ist.



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