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„Leben hat Gewicht" - Kampagne gegen Magersucht und Schlankheitswahn

abgelegt im Archiv Ernährung , Kinder und Schwangerschaft , Prävention, Gesundheitsvorsorge am 14.12.07

„Leben hat Gewicht" - Kampagne gegen Magersucht und Schlankheitswahn
Gestern (am 13. Dezember) wurde von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, Bundesjugendministerin Ursula von der Leyen und Bundesforschungsministerin Annette Schavan die Initiative "Leben hat Gewicht - gemeinsam gegen den Schlankheitswahn" in Berlin vorgestellt.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: "Essstörungen wie Magersucht und bulimie sind keine Bagatelle, sondern ein ernst zu nehmendes Problem. Mit der Initiative wollen wir uns im Schulterschluss mit den gesellschaftlichen Gruppen für die Prävention von Essstörungen einsetzen. Besonders junge Mädchen, aber auch Jungen orientieren sich stark an dem Schönheitsideal, das sie in der Werbung, in der Mode, in Journalen und in Fernsehspots häufig vorgelebt bekommen. Wir müssen die (Vor-)Bilder ändern und ein realistisches Maß finden. Mit der Mode- und Werbebranche werden Gespräche mit dem Ziel geführt, mittelfristig konkrete Vereinbarungen bis hin zu Selbstverpflichtungen zu treffen."

Bundesministerin Ursula von der Leyen: "Essstörungen betreffen vor allem Frauen und Mädchen. Sie beginnen oft schon im Kindesalter und sind ein verzweifelter Ausdruck für Ablehnung der eigenen körperlichen Entwicklung und Rolle im Übergang von Pubertät zum Erwachsenenalter. Deswegen kommt es entscheidend auf Prävention an. Erziehende, Ärztinnen und Ärzte, aber vor allem die Eltern müssen in der Lage sein, Warnsignale zu deuten und so früh wie möglich gezielt gegenzusteuern. Dabei helfen leicht zugängliche Informationen über das Krankheitsbild ebenso wie passgenaue Angebote der Kinder- und Jugendhilfe. Parallel gilt es, die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen zu stärken und rigoros gegen Propagandisten des Schlankheitswahns vorzugehen - zum Beispiel durch Verbote extremer Internetseiten."

Bundesforschungsministerin Annette Schavan: "Wir müssen alles dafür tun, um die Ursachen und Folgen von Essstörungen zu bekämpfen. Sie sind ein großes Problem für Betroffene und Angehörige. Wir setzen vor allem auf wirksame Prävention und Aufklärung, damit Kinder oder Erwachsene gar nicht erst falsche Körperideale entwickeln. Außerdem brauchen wir sichere Verfahren zur Diagnose und gezielte therapeutische Maßnahmen. Hierzu schafft die Forschung die wesentlichen Grundlagen. Daher werden wir unser Engagement in den nächsten Jahren noch einmal deutlich ausbauen."

Mehr als jedes fünfte Kind zwischen 11 und 17 Jahren leidet nach den jüngsten Daten des Kinder- und Jugend-Gesundheitssurveys (KIGGS) unter Symptomen einer Essstörung. Das sind 1,4 Millionen junge Menschen. 56 % Prozent der 13- bis 14Jährigen wollen nach einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung dünner sein. 63 % Prozent sagen, dass sie gerne besser aussehen würden. Diese Zahlen beunruhigen (www.kiggs.de).

In der Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums, aus der ich hier zitiere, werden die Maßnahmen der beteiligten Ministerien genau aufgezählt - von Gesprächen mit Verbänden, deren Mitglieder "Magermodels" beschäftigen, bis zur Aufklärungsarbeit bei den Jugendlichen in Schulen. Lesen Sie den ganzen Text hier.

Die Kinderzeichnung ist der Galerie von kiggs.de entnommen und soll symbolisieren, dass Schönheit und "Königinnen"-Würde nicht Normen unterworfen sein müssen / sollten.

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Tags: Magersucht  Schlankheitswahn  Essstörungen  Kampagne+BMG  BMG 

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