Antibiotika-Folge: Neuer Keim verursacht Dickdarmentzündung

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Der tagtägliche Medizin-Krimi, könnte man sagen – denn das, was hier passiert ist, das ist ebenso spannend wie beängstigend.
An sich ist er ein ziemlich harmloser Bewohner des Dickdarms: Clostridium difficile. Bei etwa drei Prozent der Gesunden und 20 bis 40 Prozent der Klinikpatienten besiedelt er den Darm. Wenn aber die übrige Darmflora durch eine Antibiotikatherapie – Grund kann eine Halsentzündung sein – verändert wird, vermehrt sich Clostridium über die Maßen. Dann kann er eine Dickdarmentzündung (Kolitis) verursachen – heftiger Durchfall ist die erste Reaktion -, die unbehandelt sogar tödlich sein kann.
Damit das nicht geschieht, wird normalerweise der Keim mit Metronidazol oder Vancomycin radikal ausgerottet.

Aber was dann passieren kann, ist gerade passiert: Es bilden sich "Restizenzen" (Unempfindlichkeiten, man könnte es auch Widerstände nennen) gegen Metronidazol, neue Stämme (genetische Abweichungen), gegen die das Mittel nicht mehr hilft.

In den USA und Kanada gibt es ihn schon, den neuen Stamm; allein im Jahr 2004 starben mehrere hundert Menschen an einer Infektion mit dem neuen Clostridien-Stamm – wohlgemerkt: nach einer antibiotika-Therapie. Auch den Sprung über den Teich hat der neue Keim schon geschafft: 25 Todesfälle in Großbritannien. Wann erreicht er Deutschland ?

Offenbar haben diese neuen Clostridien außer den bekannten Toxinen (Giftstoffen) A und B, die die Darmschleimhaut schädigen, weitere (neue) Toxine gebildet. Und die neuen Keime sind resistent gegen die üblichen Antibiotika wie Fluorochinolone.

Es gibt sogar die Auffassung, dass ein vermehrter Gebrauch von Chinolonen bei Klinik-Infektionen die Ausbreitung überhaupt erst begünstigt hat.

Eine gesunde Darmflora, bei der alle Bewohner im Gleichgewicht sind, wird die beste Vorbeugung sein. Von der Darmflora war hier schon im Zusammenhang mit Brottrunk die Rede – s. http://www.gesundheits-weblog.de/50226711/heuschnupfen_asthma_neurodermitis_brottrunk_hilft.phpLesen Sie mehr Informationen in der Zusammenfassung der Ärzte-Zeitung.
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