Antidepressiva bewirken Nervenwachstum
Bei Versuchen an Ratten haben amerikanische Forscher der Johns-Hopkins-Universität, Baltimore, festgestellt, dass bestimmte antidepressiva die Bildung feiner Nervenausläufer anregen.
Bei der Depression ist der Hirnbotenstoff (Neurotransmitter) Serotonin in zu geringer Menge vorhanden. Bestimmte Medikamente gegen Depressionen (Antidepressiva) hemmen die Wiederaufnahme, die Rückführung des Serotonins (Gruppe der "selektiven Wiederaufnahmehemmer").
Aber genau diese Arzneimittel haben eine ganz andere Wirkung, die man bisher nicht kannte: Sie fördern eine "Neuverdrahtung des Gehirns" – und zwar jener Teile des Gehirns, "die an Denken und Fühlen und an der Kontrolle des autonomen Nervensystems beteiligt sind".
Über diese spannenden neuen Forschungsergebnisse, sozusagen "an vorderster Wissenschaftsfront", erfuhr ich durch den scienceticker, wo auch der genaue Nachweis der Veröffentlichung im Journal of Neurochemistry angeführt ist.
Weitere grundsätzliche Infos über Depression finden sich zum Beispiel hier.
Bildquelle: www.scienzz.com
Text: Helge Mücke