Arthrose: Bald Heilung durch genveränderte Gewebekultur?

Arthrose: Bald Heilung durch genveränderte Gewebekultur?

Im Tierversuch funktioniert es bereits – wieweit das Verfahren auf den Menschen übertragbar ist und vor allem: mit welchen Risiken, lässt sich noch nicht beurteilen. Wenn z.B. mit Abstoßungsreaktionen zu rechnen ist, die nur mit starken Medikamenten (Immunsuppressoren) zu unterdrücken sind, dann ist doch Skepsis angebracht …

"Tissue-engineering" ist das neue Fachwort, das vielen Kranken Hoffnung verspricht – wenn man es wörtlich nimmt: man bastelt sich Gewebe zurecht, wie man sie braucht. In diesem Fall geht es um Arthrose, bei der bekanntlich zunächst das Knorpelgewebe zwischen den Gelenken so stark abgenutzt bzw. degeneriert ist, dass bewegungen nur mit Schmerzen möglich sind (später verändern sich auch die Knochen).

Forscher setzen ihre Hoffnung auf mesenchymale Stammzellen (MCS) (Mesenchym = Bindegewebe). Sie sind noch nicht stark spezialisiert und haben deshalb die Fähigkeit, sich zu Knorpel, Knochen oder Fettzellen zu entwickeln, sowohl in vitro (im Reagenzglas) als auch in vivo (im lebenden Organismus). MCS können dreidimensionale Zellverbände bilden, wenn sie auf geeignete Trägermaterialien kommen, mit den richtigen Wachstumsfaktoren werden sie zu Knorpelzellen. Bei Tieren hat man auf diese Art bereits erfolgreich Knorpeldefekte behoben.

Mit Hilfe von Gentechnik lassen sich die Zellen so verändern, dass sie Knorpelzellen dazu bringen, sich zu regenerieren. Dazu werden die veränderten Zellen ins Gelenk injiziert.

Ein anderer Forschungsansatz betriift die Prothetik, den künstlichen Ersatz: Endoprothesen – vor allem für Hüfte und Schulter – werden miniaturisiert, also möglichst klein gehalten, was eine Folge-Op erleichtert. Außerdem sollen neue verschleißarme Materialien wie Keramik eingesetzt werden. Forscher aus Hannover gehen davon aus, dass derartige Gelenke zehn Jahre länger halten als die aktuellen Modelle.

Quelle: aerztezeitung.de
Bildquelle (dort findet sich auch ein wissenschaftlicher Artikel zu dem Thema): ZMF.

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