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"Babyfood" - mehr Sicherheit bei Nahrungsmitteln für Babys, europaweites Projekt

abgelegt im Archiv Kinder und Schwangerschaft , Umwelt und Hygiene am 26.07.07

"Babyfood" - mehr Sicherheit bei Nahrungsmitteln für Babys, europaweites Projekt

Stillen ist kaum noch üblich - die meisten Babys werden heute mit industriell gefertigter Nahrung (Milchnahrung, später Feststoffnahrung wie Gemüsebrei) ernährt. Wie aber wirken sich chemische Rückstände auf die Gesundheit und insbesondere für das Hormonsystem von Babys aus?

Eine Antwort auf diese wichtige Frage soll das europaweite Projekt "Babyfood" des multinationalen Konsortiums CASCADE geben, das jetzt beginnt und auf zwei Jahre angelegt ist - so meldet GSF, das Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit. Im Rahmen von CASCADE sollen mehr als 24 wissenschaftliche Arbeitsgruppen aus neun Ländern der Europäischen Union kooperieren.

Der Organismus eines Kleinkindes bedarf des besonderen Schutzes, denn "Chemikalien in kommerzieller babynahrung beeinflussen noch unausgereiftes Gewebe eines wachsenden kindlichen Organismus stärker als Gewebe eines Erwachsenen mit abgeschlossenem Wachstumsprozess. Da bei Babys Organsysteme wie Nerven-, Atem- und Reproduktionsorgane noch nicht völlig ausgereift sind, ist die Toxinausscheidung erschwert. Weiterhin nehmen Kinder gesundheitsschädliche Inhaltstoffe aus der Nahrung leichter auf als Erwachsene",
warnt der Münchner Ökotoxikologe Karl-Werner Schramm.

"Es gibt z.B. Hinweise, dass Cadmium und Pestizide Östrogenrezeptoren beeinflussen und Dioxin und PCB an jenen Rezeptor andocken, der in einer Zelle schädigenden oxidativen Stress hervorruft", erklärt Schramm.

Schon sehr geringe Chemikalienmengen können - das weiß man bereits aus früheren Arbeiten - in Lebensmitteln das Hormonsystem des Menschen beeinträchtigen.

Der Ablauf der Forschungsarbeiten ist wie folgt geplant: In den Ländern Deutschland, Spanien, Slowakei, Schweden und Italien wird zunächst auf Grundlage von Verbraucherzahlen kommerzielle Babynahrung für die ersten neun Monate erworben. Nach anerkannten Ernährungsgesichtspunkten werden drei gemeinsame Pools gebildet: Jeweils in den ersten vier Monaten stehen normale Trockenmilch-Babynahrung (Gruppe A), teilweise ergänzt durch Tee und Honig, Sojanahrung (Gruppe B) und hypoallergene Milchnahrung (Gruppe C) auf dem Speisezettel. Ab dem 5. Monat bis 9. Monat folgt einheitliche Feststoffnahrung wie zum Beispiel Gemüsebrei.

Daraus werden insgesamt 19 Proben hergestellt und untersucht: 13 davon werden chemisch auf den Gehalt an Cadmium, Dioxin, PCB, Pestizid-Organochlorverbindungen untersucht; Gruppe C speziell noch auf Genistein, ein Phytoöstrogen (pflanzliches Hormon mit Östrogenwirkung), das in der Sojabohne vorkommt. Die chemische Analytik für Dioxin und PCB erfolgen bei der GSF.

Neun Proben werden sowohl in vitro (im Reagenzglas) als auch in vivo (am lebenden Organismus) getestet, um herauszufinden, wie nukleare Rezeptoren (Empfängerteilchen) auf das komplexe Gemisch an Umweltchemikalien reagieren, und um die Frage zu klären, ob die heutigen Verfahren überhaupt in der Lage sind, die benötigte Diagnostik für "Babyfood" tatsächlich bereit zu stellen. Auffällige Proben sollen zusätzlich an Larven und Eiern von Zebrafischen und am Krallenfrosch untersucht werden.

Geplant ist, aus den Untersuchungsergebnissen eine Bewertung abzuleiten sowie eine Risikoabschätzung für die einzelnen Gruppen von Babynahrung vorzunehmen. Es können Empfehlungen für eine möglichst schadstoffarme Ernährung eines Kleinkindes in den ersten neun Monaten abgeleitet werden. Erste Ergebnisse für die beiden Gruppen A und B sollen bereits Ende Oktober beim nächsten Jahrestreffen von CASCADE vorliegen.

Weitere Informationen:
gfs.de
Bild: baby-welt.de



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Tags: Babynahrung  Chemikalien  Schadstoffe 

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