Biomedizin, Nanotechnologie: Kamele für die Forschung

Biomedizin, Nanotechnologie: Kamele für die Forschung

Alpakas – das sind Kameltiere, die ursprünglich in Südamerika leben und eine kostbare Wolle liefern – haben der Wissenschaft entscheidend weitergeholfen und sind noch dabei: Am Biozentrum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), München gehören sie zum Team um Professor Dr. Heinrich Leonhardt und Dr. Ulrich Rothbauer, das seit rund fünf Jahren mit der Entwicklung von Antikörpern zum Nachweis von Antigenen beschäftigt ist. (Antikörper sind Teilchen, die die Krankheitsabwehr eines Organismus bewerkstelligen; antigene die Teilchen, die das hervorrufen, also in der Regel Krankheitserreger. S. wikipedia.)

Alpakas haben einen wichtigen Vorteil im Vergleich zum Beispiel zu (Versuchs-)Kaninchen: Sie haben einzelkettige, besonders kleine Antikörper – von denen man für die Forschung sowieso nur den antigenbindenden Teil braucht (zehnmal kleiner als Antikörper von Kaninchen z.B.). Die sog. Nanobodies werden durch Fusion mit fluoreszierenden Proteinen (Eiweißstoffen) dann zu "Chromobodies" (Bild). "Dank ihrer geringen Größe und Ihrer Stabilität können die Chromobodies in lebenden Zellen eingesetzt werden. Diese leuchtenden Designermoleküle können von den Zellen selbst produziert werden, heften sich dort an die entsprechenden Antigene und verfolgen deren Weg und Schicksal", erklärt Professor Leonhardt.
Den Alpakas braucht man dazu nur ein bisschen Blut abzuzapfen.
Heute ist man in der Forschung besonders interessiert daran, die dynamischen Prozesse in der lebenden Zelle zu verfolgen – also in diesem Fall, laienhaft ausgedrückt, den "Kampf zwischen Antikörper und Krankheitserreger". Dazu helfen Kamele, speziell die Alpakas!

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Bild aus derselben Quelle: Chromobodies liefern Einblicke in Chromosomen, © DocCheck, Hochgeladen am 24.11.06


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