Blutdoping mit Hämoglobin, roten Blutkörperchen
Sicherlich hat der eine oder andere (ich gehörte dazu) das nicht verstanden: Winterolympiade in Turin, gerade eröffnet, und die Skilangläuferin Evi Sachenbacher-Stehle bekommt eine Sperre – wegen zu hoher Hämoglobinwerte. Warum soll eine zu hohe Zahl von roten Blutkörperchen verboten sein?
Ich erinnerte mich wohl daran, dass bei einem längeren Aufenthalt im Hochgebirge sich die Zahl der roten Blutkörperchen erhöht, damit von dem geringeren Sauerstoffgehalt in der Luft möglichst viel aufgenommen werden kann. Aus diesem Grunde trainieren Hochleistungssportler (ganze Fußballmannschaften) beispielweise in den anden, damit sie dann weiter unten auch noch mehr Blutkörperchen haben (denn so schnell stellt sich der Körper nicht um), also mehr Sauerstoff zur Verfügung haben – und damit mehr leisten können.
Aber hatte Frau Sachenbacher-Stehle im Hochgebirge trainiert?
Der österreichische Kurier (in der Internetausgabe) hat mir das erklärt.
Offensichtlich gibt es längst ein Mittel, das die Zahl der roten Blutkörperchen, also auch des Hämoglobins erhöht. Es heißt Erythropoetin (EPO). Es wurde erst am Ende des 20. Jahrhunderts entwickelt (übrigens mit gentechnischen Mitteln) und erstmals bei der Sommerolympiade in Sydney 2000 und bei der Tour de France 2001 angewendet.
Der Missbrauch hat, wie zu erwarten, seine Gesundheitsgefahren: Verdickung des Blutes, erhöhte Gefahr zu Thrombosen, Kollaps, Infarkt. Die Leistungssteigerung andererseits beträgt immerhin 15 Prozent – was die Versuchung erklärt.
Blutdoping in diesem Sinne haben das IOC und die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) auf die Liste der verbotenen Methoden gesetzt. Korrekterweise muss man hinzufügen, der Nachweis einer erhöhten Zahl von roten Blutkörperchen ist noch kein Beweis für die Anwendung des Mittels EPO …
Lesen Sie hier die Meldung.
Bildquelle: http://ods.schule.de/schulen/forster/fach/bio/bio.htm