Bluthochdruck: Lebensstil an erster Stelle – neue Richtlinien

Mehr Bewegung, Gewichtsabnahme, Reduktion des Alkohol- und Salzkonsums – das sind die Säulen der neuen "Richtlinien", die gerade ein Kardiologenkongress in Wien verabschiedet hat; wohlgemerkt: bevor überhaupt eine medikamentöse Behandlung eingeleitet wird; so heißt es dort jedenfalls.
Ehrlich gesagt, so richtig ich das finde, so reibe ich mir doch verwundert die Augen: Wie will man das erreichen? Steht das nicht völlig im Gegensatz zu den üblichen Trends – zum Arzt gehen, der verschreibt was, man wirft Tabletten ein, und dann ist man "gerettet"? (Vergleichsweise: Auch bei Diabetikern Typ II wird ganz schnell die Insulin-Spritze verordnet, obwohl das durch Verhaltensänderung oft zu vermeiden wäre … Bewegung und Ernährung in dem Fall.) Pardon, wenn ich mich heute etwas salopp ausdrücke, um es zu verdeutlichen – aber eines steht fest: Verhaltensveränderungen zu erreichen gehört zum schwersten, was ein Arzt überhaupt erreichen kann. Vielleicht ist die Chance noch am größten bei Menschen, die von sich aus naturheilkundlichen Rat suchen, wobei das dann auch bei einem guten Heilpraktiker sein kann …
Weltweit leidet jedenfalls – so war der Mitteilung des Kongresses zu entnehmen – etwa jeder vierte Mensch an Bluthochdruck (Hypertonie). Und: Hypertoniker haben ein deutlich erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.
Die von den Kardiologen entwickelten Guidelines sehen auch vor, noch besser als bisher auf das individuelle Risiko des einzelnen Hypertonie-Patienten einzugehen: Wer zusätzlich zum Bluthochdruck an einem metabolischen Syndrom, diabetes, einer Herzerkrankung oder an Nierenproblemen leidet, sei in die höchste Risikostufe einzuordnen, so der Kardiologe Anthony Heagerty von der Universität Manchester. In diesen Fällen sei eine "sehr aggressive" Therapie erforderlich. Was immer darunter zu verstehen ist!
Quelle: Europäischer Kardiologenkongress / Pressemitteilung (über netdoktor.at)
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