Brustkrebs: neues Gen entdeckt, verdoppelt Risiko

Brustkrebs: neues Gen entdeckt, verdoppelt Risiko

BBC News Health meldet die Entdeckung eine neuen Gens, das Bezug zum Brustkrebs hat ("linked to …").

Vorwegnehmen möchte ich aber den letzten Satz der Meldung – denn dort heißt es: "Meistens entsteht Brustkrebs zufällig*. Nur 5 % der Fälle stehen im Zusammenhang mit einem bekannten "Brustkrebsgen" (breast cancer gene) – so heißt es mehr oder weniger wörtlich übersetzt, aber da regt sich bei mir schon ein bisschen Widerstand, denn die sachgerechtere Formulierung wäre meiner Meinung nach: Nur bei 5 % der Fälle findet sich eine Erbanlage, die nach bisherigem Kenntnisstand mit der Entstehung von Brustkrebs in Zusammenhang gebracht werden kann.
Warum ich hier diese ausführliche Vorrede mache: Es wäre falsch zu glauben, Brustkrebs sei im Wesentlichen erbbedingt, und sich in Sicherheit zu wiegen, wenn man die entsprechenden Gene nicht hat! Zu Recht drücken sich die Briten normalerweise vorsichtig aus – linked to -, von einem Brustkrebsgen zu sprechen, steht allerdings im Widerspruch dazu, es ist geradezu unvorsichtig formuliert.
Doch nun der Rest der Meldung:

Die britische Forschergruppe unter Leitung von Prof. Rahman (Institute of Cancer Research) hat herausgefunden, dass es zu dem Gen PALB2 immer wieder eine defekte Variante gibt. Tritt bei Frauen dies fehlerhafte Gen auf, ist das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, etwa doppelt so hoch wie sonst. Allein in Großbritannien kommen jährlich rund 100 Brustkrebsfälle dieser Art vor.
Da PALB2 (wenn es nicht fehlerhaft ist) normalerweise die Aufgabe hat, Mutanten (zufällige Abweichungen) der DNA zu reparieren, ist bei Menschen mit dem fehlerhaften PALB2 die Wahrscheinlichkeit, dass sie Gendefekte aufweisen, generell größer.

Die Forscher untersuchten 923 Frauen, die nicht die Erbanlagen BRCA1 oder BRCA2 besaßen (die bereits als "Brustkrebsgene" bekannt sind). Bei zehn von ihnen ließ sich das defekte PALB2 feststellen – während es bei 1.084 gesunden Frauen der Vergleichsgruppe überhaupt nicht vorkam.

Quelle: news.bbc.co.uk
Bild: brustkrebs-studien.com

*Eine kleine anmerkung noch: Von "Zufall" oder "zufällig" sprechen die Biologen, Mediziner, Genetiker immer dann, wenn sie keinen Zusammenhang mit Erbanlagen erkennen können – gemeint ist also: nicht vererbt, nicht genetisch bedingt. 95 % der Brustkrebsfälle lassen also KEINEN Erbzusammenhang erkennen.


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