Brustkrebs noch einmal: Risiko bei Morgenuebelkeit geringer?

Brustkrebs noch einmal: Risiko bei Morgenuebelkeit geringer?

Das ist wieder einmal so eine ach so wissenschaftliche Untersuchung und Meldung, die mich – mit Verlaub – eher wütend macht! Warum? Weil hier eine Korrelation mit einem Ursache-Wirkungs-Verhältnis verwechselt wird. Korrelation beschreibt lediglich das Verhältnis zweier Werte zueinander – meistens: je höher der eine Wert geht, um so höher geht der andere (positive Korrelation), oder auch: je höher der eine, um so niedriger der andere (negative Korrelation). Das sagt noch gar nichts darüber aus, ob der Sachverhalt, der sich im Wert A ausdrückt, auch die Ursache für den Sachverhalt im Wert B ist!
Zu dieser Thematik habe ich mich schon früher (2005!) geäußert und jetzt bei Wikipedia etwas nachzulesen versucht: Unter dem Stichwort "Ätiologie" bin ich fündig geworden.. Dort ist von den "drei C" die Rede, causa (Ursache i.e. S.), contributio (Beitrag, Förderung) oder correlatio (keine Aussage über Ursache – Wirkung).

Also: Fehlende Übelkeit in der Schwangerschaft ist bestimmt keine Ursache für Brustkrebs!!

Aber lesen Sie die Wissenschaftsnachricht selber:

Wenn einer Schwangeren schon beim Gedanken an Kaffee oder Spiegeleier schlecht wird, hat das durchaus auch seine guten Seiten. Diese Ansicht bekräftigt eine Untersuchung amerikanischer Mediziner. Morgendliche Übelkeit geht demnach mit einem geringeren Risiko für Brustkrebs in späteren Jahren einher.

Die Ursache liege vermutlich in der hormonellen Umstellung während der Schwangerschaft und der resultierenden Veränderung des Körpers, erklärt David Jaworowicz von der University at Buffalo. "Die schnelle anatomische Umgestaltung der Brust macht sie anfälliger für Fehler beim Kopieren und Reparieren der DNA, und dies könnte letztlich zu Brustkrebs führen." Gleichzeitig gebe es Hinweise darauf, dass bestimmte Hormone die Entwicklung von Krebs bremsen könnten.

Lesen Sie trotz meiner kritischen Vorbemerkung den ganzen Artikel bei scienceticker.info

Originalveröffentlichung: David Jaworowicz Jr. und Jo L. Freudenheim, Department of Social and Preventive Medicine, University at Buffalo, New York; und andere

Präsentation auf dem 2007 Meeting of the Society for Epidemiological Research, boston; #234-S

Bild: babycomp-ladycomp.com


One Response to “Brustkrebs noch einmal: Risiko bei Morgenuebelkeit geringer?”

  1. Gesa Says:

    GENAU!
    Mir war nämlich während der GESAMTEN Schwangerschaft dauernd übel. Ergo ==> GAR KEIN Brustkrebsrisiko?
    Weit gefehlt, vier Jahre später hatte ich beideseitiges Mammakarzinom. Das ist inzwischen wiederum 4 Jahre her und noch immer unglaublich, dass ich das überlebt habe… Oder sollte ich dann aus der o.g. Studie schließen, dass ich mit Sicherheit gestorben wäre, wenn mir in der Schwangerschaft nicht übel gewesen wäre? Übel, übel, so sollte ich der Übelkeit also dankbar sein? Übrigens ist eine Mitpatienten nach zwei Jahren verstorben, deren Krebs die gleichen Faktoren wie meiner hatte. Oder war es der liebe Gott?
    Vielleicht sollte man aus der Korrelation mit der Gläubigkeit auch auf ein Brustkrebsrisiko schließen? ==> Häufig geht ein tiefer inniger Glaube mit einem geringeren Brustkrebsrisiko einher? Mist, wäre ich doch bloß häufiger in die Kirche gegangen…

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