Brustkrebs: Rückgang in USA - Hormontherapie verantwortlich?
abgelegt im Archiv Frauen und Männer , Krankheiten und Therapiemöglichkeiten , Medizin-News , Prävention, Gesundheitsvorsorge , Verbraucherinformation am 13.02.07
Die Kurzform meiner Überschrift könnte missverstanden werden: Natürlich ist nicht die Hormontherapie - genauer: Hormonersatztherapie - für den Rückgang verantwortlich, sondern der Rückgang ihrer Anwendung. Wenn man zuerst davon liest, kann man nur staunen oder auch wütend werden über die Leichtfertigkeit, mit der jahrzehntelang mit Hormonen umgegangen wurde.
Ein zweites Missverständnis könnte das Fragezeichen hervorrufen: Das Forschungsergebnis, über das hier berichtet wird, ist in Wirklichkeit viel sicherer als so manche andere, die mit Medienmacht in die Öffentlichkeit gebracht werden. Sie könnten also das Fragezeichen auch streichen ...
In den USA hat das amerikanische Krebsregister am National cancer Institute von 2002 bis 2003 einen Rückgang von durchschnittlich sieben Prozent festgestellt - das bedeutet in konkreten Zahlen: 14000 Brustkrebserkrankungen weniger!
Warum nur?
Es gibt nur eine Erklärung: "Es muss an der Hormontherapie liegen", bringt es der Münchener Gynäkologe Prof. Harald Sommer auf den Punkt, zitiert beim Netdoktor. "Andere Gründe gibt es kaum."
Während des Hormontherapie-Booms in den 90er Jahren wurden Frauen in den Wechseljahren ausgesprochen häufig weibliche Sexualhormone verschrieben - etwa 30 Prozent aller amerikanischen Frauen über 50 Jahre bekamen Östrogene und Gestagene.
2002 aber wurde in einer WHI-Studie (Women's Health Iniative) nachgewiesen, dass die Hormontherapie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bösartige Brusttumore deutlich erhöht. Die Hälfte der behandelten Frauen setzte in den USA sofort die Hormon-Einnahmen ab.
Auch in Deutschland - wo bis dahin drei Millionen Frauen die Hormonpillen bekommen hatten - kam es zu einer Kehrtwende: 2004 gab es nur noch die Hälfte an Verschreibungen
Der Rückgang der Krebsfälle ist bei uns schwerer zu belegen, weil es kein zentrales Register gibt. Der Netdoktor nennt beispielhaft einen Rückgang der Brustkrebsfälle von 9,2 Prozent durchschnittlich in Schleswig-Holstein und im Saarland.
Lesen Sie weitere Einzelheiten mit verschiedenen informativen Links beim (deutschen) Netdoktor.
Die Idee zu diesem Artikel hat mir - das möchte ich hier ehrenhalber benennen - das Gesundheitsblog vermittelt.
Bildquelle: Netzwerk-gegen-Brustkrebs


Tags: Hormone Hormontherapie Hormonersatztherapie Gestagene Oestrogene Wechseljahre Wechseljahrsbeschwerde
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Kommentar von:
Brustkrebs
(02.03.07 8:27 Uhr)
Leider wird das Thema der rechtzeitigen Früherkennung oft nicht ernst genommen. Dabei kann man sehr viel selber schon gegen Brustkrebs vorsorgen.
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