Chirurgenkongress in NW-Deutschland

"Chirurgie zwischen Organisation und Organen" – so lautet das Thema der 180. Tagung der Vereinigung Nordwestdeutscher Chirurgen, die am Donnerstag in Hamburg beginnt. Rund 1.300 Chirurgen aus dem nordwestdeutschen Raum treffen sich vom 29. November bis zum 1. Dezember im Hamburger CCH, um unter dem Motto "Chirurgie im Dialog" über aktuelle medizinische und berufspolitische Herausforderungen zu diskutieren. Dazu gehören Themen wie die Neustrukturierung der chirurgischen Ausbildung auf dem Weg zum Organmediziner, die interdisziplinäre Behandlung chirurgischer Erkrankungen, der Dialog zwischen den Berufsgruppen sowie die Neuschaffung spezieller Disziplinen, um Behandlung und klinische Abläufe patientengerechter zu gestalten. Chirurgische Schwerpunkte sind unter Anderen neue Verfahren zur Behandlung des Aortenaneurysmas, des Bauchdeckenbruches und von Tumoren im Magen-Darm-Bereich.
Nicht alle Themen sollen hier genauer beschrieben werden (Sie können es nachlesen) – ich greife pars pro toto die innovativen Beispiele heraus:
"Neue Methoden aus allen chirurgischen Bereichen sind das zweite Standbein der hochkarätigen Tagung: Hier werden innovative Eingriffe demonstriert und diskutiert, die den Patienten eine immer schonendere Medizin bieten sollen. Ein Beispiel dafür sei die technisch höchst anspruchsvolle laparoskopische Aortenchirurgie, erklärt Prof. Debus. Sie wird seit kurzem in der Asklepios Klinik Harburg erstmals im Hamburger Raum angewendet und erspart den Patienten die Belastungen eines großen Eingriffs. Mit dieser Methode lassen sich auch Patienten mit einer lebensbedrohenden Erweiterung der Hauptschlagader operieren, die eine herkömmliche Operation nicht überstehen würden und denen mit einer Gefäßstütze (Stentprothese) allein nicht geholfen werden kann. Weitere innovative Techniken aus der Gefäßchirurgie sind so genannte fenestrierte Stentprothesen, Gefäßstützen mit individuell geschnittenen Ã-ffnungen für wichtige von der Hauptschlagader abzweigende arterien, und Hybrideingriffe mit der "Oktopus-Prothese". Beide Verfahren gehören ebenfalls seit einiger Zeit zum Leistungsspektrum des Harburger Gefäßzentrums und werden mit den Nordwestdeutschen Chirurgen bei ihrer Tagung diskutiert. Die Indikationen zu den unterschiedlichen Eingriffstechniken werden mit den neuen Methoden differenzierter und lassen sich besser auf den Patienten abstimmen, erklärt Debus: Früher gab es nur die konventionelle Operation, heute existieren mehrere unterschiedliche Techniken, die jeweils ihre Indikation haben. Auch bei der Hernienchirurgie gebe es Neues zu berichten, so Debus: Hier werden inzwischen großzügig Netze eingesetzt, die sich bei einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) implantieren lassen und damit nur einen minimal belastenden Eingriff erfordern."
Weitere Infos: http://www.nwch2007.de (Bild von dort)