Chorsingen als Sprachtherapie nach Gehirnschädigung (Aphasie)

Dieses Forschungsergebnis gibt einmal mehr Beobachtungen an einigen wenigen Personen wieder (geringe Zahlenbasis, keine statistische Signifikanz). Dennoch berichte ich hier davon, weil die Hinweise glaubhaft sind und einen therapeutischen Weg eröffnen. Über 80.000 Menschen sollen in Deutschland jedes Jahr neu von Aphasie betroffen sein, sagt das IZA = Integrationszentrum für Aphasiker – oft durch Schlaganfall.
Nach den Ergebnissen der kanadischen Forscherinnen stellt sich ein Teil des verlorenen Sprachvermögens beim Singen im Chor wieder ein.
"Peretz und ihre Gruppe studierten acht aphasiker, die aufgrund einer Schädigung in der linken Gehirnhälfte unter Sprachstörungen litten. Unter anderem galt es, bekannte oder unbekannte Liedzeilen, Sprichwörter oder Gebete zu rezitieren. Sollten die Patienten die Wörter allein sprechen oder singen, gerieten sie ähnlich häufig ins Stocken. Sangen sie dagegen gemeinsam mit anderen, kamen ihnen die Wörter deutlich flüssiger über die Lippen als beim Sprechen im Chor." So heißt es im scienceticker, wo ich die Meldung fand.
Wissenschaftliche Veröffentlichung: Brain, Vol. 129(10), pp 2571-84, DOI 10.1093/brain/awl250
Bild: behindertenseelsorge.ch