Demnächst Schweinefleisch mit Omega-3-Fettsäuren?
- oder auch: Gesundes Schweinefleisch dank Gentechnik

Jetzt kam eine Meldung, die manchem Skeptiker der Gentechnik recht gibt:
Amerikanische Forscher haben Schweine gezüchtet (durch Genmanipulation "geschaffen"), die einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren enthalten.
Omega-3-Fettsäuren gehören zu den ungesättigten Fettsäuren, die u.a. für die Gefäße günstiger sind (Vorteile sind hier zusammengefasst). Normalerweise kommen sie z. B. in bestimmten Fischen vor (etwa Lachs) und in Ã-len wie Rapskernöl (s. in diesem Blog).
Aber in Zukunft wird man womöglich weniger auf die gesunde Ernährung achten müssen, auch Vegetariern werden die argumente teilweise ausgehen – man isst einfach Schweinefleisch.
Yifan Dai von der Universität in Pittsburgh und sein Team entnahmen einige Schweine-Fötalzellen, aus denen sich später Bindegewebe bildet. "In das Erbgut dieser Zellen fügten sie ein zusätzliches Gen ein, das für die Umwandlung der weniger nützlichen Omega-6-Fettsäuren in die begehrten Omega-3-Fettsäuren verantwortlich ist. Den so veränderten Zellkern entnahmen sie und setzten ihn in eine Eizelle, deren Kern zuvor entnommen worden war. Dann trugen 'Gastmütter' die genetisch veränderten Embryonen aus. Schließlich wies das Fleisch von dreien der sechs Ferkel, die von den Wissenschaftlern auf diese Weise mit dem zusätzlichen Gen ausgestattet worden waren, einen erhöhten Gehalt an Omega-3-Fettsäuren auf."
Ehrlich gesagt: Möchten Sie ein derart manipuliertes Schweinefleisch essen, oder ziehen Sie es vor, ab und zu einen Salat mit gutem Oel anzurichten oder essen Sie vielleicht zur Abwechslung auch gelegentlich ein paar Scheiben Räucherlachs?
Die Meldung kam über wissenschaft.de (von dort die gekennzeichneten Zitate). Die Originalarbeit erscheint in Nature Biotechnology.
Bildquelle: http://www.agrivet.de/
April 3rd, 2006 at 15:12
Was ist daran verkehrt, derartiges Schweinefleisch zu essen?
April 3rd, 2006 at 18:24
Daran ist fast alles höchst fragwürdig – aus gesundheitlich-fachlicher Sicht. Subjektiv sowieso, denn wenn ich Schweinefleisch essen will, will ich Schweinefleisch essen, und wenn ich Lachs oder Gemüse (mit Olivenöl) essen will, dann will ich eben dieses. Aber auch mehr objektiv: Die Risiken der Gentechnik sind nicht genügend bekannt. Hier wird ja im Vorfeld künstlich eingegriffen, ohne dass die Folgen absehbar sind – ein Genbaustein wird geändert, es ist mit Auswirkungen für das Ganze zu rechnen (z.B. weil die Abwehrkräfte nicht darauf eingerichtet sind). Wie sauber wird gearbeitet? Was geschieht mit dem “Ausschuss”? Was passiert in der zweiten oder dritten usw. Generation (wenn die künstlich “umgebauten” Schweine sich dann selber – auf mehr oder weniger natürliche Weise – vermehren? Wir erfahren wenig über die negativen Folgen der Experimente – ein Beispiel, von dem man dann mal etwas hörte, ist der frühe Tod von dem Klonschaf Dolly (geschwächtes Immunsystem). Eine gentechnik-kritische Linkliste habe ich hier gefunden: http://www.transgen.de/wissen/service/links/umweltverbaende/
In jedem Fall natürlich vielen Dank für die Äußerung!
Juli 7th, 2006 at 13:41
Darauf habe ich bisher nicht geantwortet, pardon.
Das dann auch zu essen, muss nicht unbedingt verkehrt sein (sofern man sowieso Schweinefleisch isst).
Verkehrt finde ich, dass Lebensmitteln dauernd etwas zugesetzt wird, was nicht natürlicherweise dazu gehört … (Künstlichkeit)
Besonders verkehrt finde ich daran, dass Leute z.B. Vegetarier, das, was sie aus Pflanzen und -ölen oder vom Lachs holen, mit Schweinefleisch aufnehmen sollen. Keiner ist ja wirklich gezwungen, aber je nach Bedingungen kann man sich schon gedrängt fühlen (z.B. in einer Kantine oder Krankenhausküche, die das Fleisch billig einkaufen konnte). Helge