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Frauen und Männer
von muecke am 09.03.08

Frauen sind nach wie vor weltweit Männern gegenüber benachteiligt: ökonomisch, politisch, gesellschaftlich. Dass diese benachteiligung sich auch auf die psychische Gesundheit der Frauen auswirkt, ist nicht weiter verwunderlich: Jede 10. Frau leidet zumindest einmal im Lauf ihres Lebens an Depressionen.
Krankmachende Faktoren: Benachteiligung und Überforderung Die Hypothese, dass vor allem die weiblichen Geschlechtshormone zu den Unterschieden bei psychischen Erkrankungen beitragen, ist bis heute nicht bestätigt. Tatsächlich können soziale und psychosoziale Faktoren mit den depressiven Symptomen der Frauen in Beziehung gebracht werden. So lässt sich ein großer Teil der depressiven Störungen auf die unterschiedlichen Geschlechterrollen und die daraus resultierenden Folgen während des Erwachsenenlebens zurückführen.
Viele Frauen sind einer Dreifachbelastung mit Haushalt, Arbeit und Kindererziehung ausgesetzt. Besonders junge, verheiratete Frauen, die für Vorschulkinder sorgen müssen, haben ein hohes Risiko an Depressionen zu erkranken. Sie sind es, die immer noch einen Großteil der Erziehungsarbeit tragen. Sie haben erwiesener Maßen weniger Chancen im Berufsleben, verdienen weniger und befinden sich daher oft in Abhängigkeitsverhältnissen. Verheiratete Frauen haben eine höhere Rate von psychischen Erkrankungen als Ehemänner.
Auch die Armut, durch die Frauen, vor allem Alleinerzieherinnen, besonders gefährdet sind, trägt zu psychischen Krankheiten bei:
Geringes Einkommen, geringe Ausbildung und Arbeitslosigkeit erhöhen das Risiko, an einer Depression zu erkranken. Eine psychische Erkrankung kann wiederum dazu führen, dass die betroffene Person ihren Arbeitsplatz verliert, was zu Armut führt und die Entstehung bzw. Aufrechterhaltung einer Depression begünstigt. Berufstätigkeit, Unabhängigkeit, Zufriedenheit, Sozialkontakte, Sozialstatus und garantierte Arbeitsbedingungen senken die Depressionsraten.
Anlässlich des internationalen Frauentages ist es dem ÖBVP ein großes Anliegen auf die unzureichende Versorgung der Betroffenen mit Psychotherapieplätzen hinzuweisen und die politischen Entscheidungsträger aufzufordern, die nach wie vor fehlende finanzielle Lösung für die Psychotherapie auf Krankenkasse zu forcieren. "Gerade für die Verbesserung der Lage der Frauen wären leistbare Psychotherapie, also Psychotherapie auf Krankenschein, aber auch mehr Prävention und stetige Öffentlichkeitsarbeit im Sinne der Gleichberechtigung ein wichtiger Beitrag", so Dr. Eva Mückstein, Obfrau des ÖBVP.
Rückfragehinweis:
www.psychotherapie.at Mail: oebvp@psychotherapie.at
Bild: Thomas Max Müller (multipla) bei pixelio.de
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Wong
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