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Depression: Neurochips, Hilfe der Zukunft?

abgelegt im Archiv Seelische Gesundheit, Psyche am 01.07.06

Depression: Neurochips, Hilfe der Zukunft?
Diesmal möchte ich gleich mit kritischen Worten beginnen. (Den Kommentaren und Reaktionen musste ich entnehmen, dass ich manchmal meine Kritik doch zu sanft vorbringe, sie kaum als solche wahrgenommen wird. Oder haben Sie gemerkt, dass ich das "Anti-aging-Bier" für Unfug hoch drei halte? Diesmal also etwas deutlicher ...)

Es ist unglaublich, was für Meldungen manchmal völlig unkommentiert und unhinterfragt auf den Tisch (auf den Bildschirm) flattern. Natürlich ist es einerseits richtig, wenn Forschungsergebnisse zunächst sachlich und allgemein verständlich dargestellt werden. Aber ein Kommentar ließe sich ja anschließen ... Die Trennung von Darstellung und Meinung ist also richtig - ich finde es nur falsch, wenn letzteres ganz fehlt. Auch Nachrichten-Seiten wie "doccheck" (folgendes Beispiel) würde es gut anstehen, wenn sie zumindest in wichtigen Fällen Stellung beziehen würden.
Spätestens seit der Kernenergie müsste klar sein, dass es Wissenschaft ohne (moralische) Verantwortung nicht geben darf; für die Gentechnik wird das ja heute zu Recht heiß diskutiert.

Jetzt wissen Sie immer noch nicht, wovon ich spreche:
Es geht um die aktuellen Versuche, depressiven Menschen durch implantierte Neurochips (ins Gehirn eingesetzte Mini-Elektrogeräte) "zu helfen". Hilfe gegen Depression um jeden Preis?
Schon die Überschrift ärgert mich: "Happy per Knopfdruck"! Genauso sieht es aus: Der Mensch wird auf eine Maschine reduziert, die man per Knopfdruck steuern kann. Meine Meinung: Versuche sofort einstellen! Unverantwortlich!


Verräterisch finde ich solche Sätze wie:
"Was genau die Elektrostimulation im Gehirn bewirkt, ist allerdings noch nicht ganz klar" und: "Aus der Sicht des nicht-medizinisch orientierten, britischen Wirtschaftsmagazins 'The Economist' spielt die Kenntnis der genauen Abläufe für die Patienten ohnehin keine bedeutende Rolle. Viel wichtiger sei, schreibt das Fachblatt, der rein pragmatische Aspekt ..."

Mit anderen Worten: Hier wird mit Mitteln herumexperimentiert, deren Folgen und Wirkungen man gar nicht wirklich beurteilen kann. Das gilt ja leider auch vielfach für die Gentechnik - wie ja schon das einfache Beispiel des Klonschafes Dolly gezeigt hat, das "überraschenderweise" nicht wirklich auf längere Zeit überlebensfähig war.
Übrigens, wenn man Wissenschaft (Naturwissenschaft nach üblichem Verständnis)
wirklich ernst nimmt, dann muss man zu dem Schluss kommen: Das ist zutiefst unwissenschaftlich!!

Jetzt haben Sie Meinung zuerst bekommen - lesen Sie dennoch, wenn Sie mögen, die ganze Meldung bei doccheck.
Bildquelle: http://www.i-s-b.org/2020/5/

Permalink: Depression: Neurochips, Hilfe der Zukunft?

Tags: Depression  Neurochip  depression  gesundheit  hilfe  depression+neurochips  hilfe+zukunft  neurochips+hilf 

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