Diabetes 2: Gesundes und leckeres Essen – auch bei schmalem Geldbeutel möglich?

Zwei bissige Bemerkungen oder Fragen: Wie kann man sich dabei auf eine Studie berufen, die sieben Jahre alt ist, rund 5 Jahre, bevor Hartz IV begann?
Was verstehen denn Experten, die solche Meinungen in die Ã-ffentlichkeit bringen, unter einem schmalen Geldbeutel? (Glauben sie, dass 178 Euro der Betrag sein kann, der einem ALGII-Empfänger für Essenszubereitung zur Verfügung steht? – zugegeben, für Diabetiker gibt es immerhin einen Diätzuschlag …)
Ein schmaler Geldbeutel muss nicht den Verzicht auf schmackhaftes und gesundes Essen bedeuten. Das hat Dr. Monika Toeller, Ernährungsexpertin am Deutschen diabetes-Zentrum an der Universität Düsseldorf, mit ihrem Team nachgewiesen. "Wichtig ist, sich über gesunde Ernährung zu informieren – auch das hilft beim Sparen", sagt die Wissenschaftlerin im Apothekenmagazin "Diabetiker Ratgeber". Dann gehe man mit Plan und Köpfchen ans Einkaufen und Kochen. Wer etwa nach Liste einkauft und nicht gerade, wenn er hungrig ist, füllt keine unnötigen Dinge in den Einkaufswagen, die das Portemonnaie leeren und zuhause dann womöglich vergammeln.
Preiswert ist es in aller Regel, Gerichte selbst mit unverarbeiteten Zutaten herzustellen. Diese dürfen durchaus tiefgefroren sein. Es gilt allerdings auch, Angebote kurz vor Schluss des Wochenmarktes oder am Abend beim Bäcker zu nutzen. Nach diesen Prinzipien hat Dr. Toeller selbst für Schwerarbeiter oder Sportler, die 2800 Kilokalorien am Tag brauchen, vier Wochen lang täglich drei Hauptmahlzeiten und drei Zwischenmahlzeiten für 178 Euro auf den Tisch gebracht und die Lebensmittel überwiegend beim Discounter gekauft. Die Studie wurde zwar bereits im Jahr 2000 durchgeführt. Ihre Ergebnisse gelten aber auch heute noch als realistisch.
Quelle: "Diabetiker Ratgeber" 5/07, ein Apothekenratgeber, der in den meisten
Apotheken ausliegt und ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an
Kunden abgegeben wird