Diabetiker aufgepasst bei Schmerzen: unpassende Schmerzmittel

Bei einem behandelten Diabetiker passt nicht jedes Schmerzmittel – Vorsicht, es könnte zu Wechselwirkungen kommen. Glibenclamid z.B. – ein Sulfonylharnstoff – passt nicht mit Acetylsalicylsäure = ASS = Aspirin zusammen, einem der häufigsten Schmerzmittel. Die Blutzuckersenkung kann zusätzlich verstärkt werden – Folge: Unterzuckerung! ASS und andere Schmerzmittel wie ibuprofen und Diclofenac können die Verträglichkeit des Blutzuckersenkers Metformin verschlechtern.
Etliche Diabetiker leiden auch unter Bluthochdruck – wenn der medikamentös behandelt wird, sind ebenfalls mögliche Wechselwirkungen mit Schmerzmitteln zu beachten. Blutdruck senkende Präparate wie Diuretika und Betablocker können durch Schmerzmittel weniger wirksam werden.
Erhöhte Gefahren entstehen dadurch, dass Schmerzmittel oft frei verkäuflich sind, also in der Apotheke ohne Arztbesuch besorgt werden (Selbstmedikation).
Der Arzt kann es nicht beeinflussen – also ist in solchen Fällen die Beratung durch den Apotheker besonders wichtig. "Es gibt in der Selbstmedikation keine Patentlösungen, die auf jeden Diabetiker passen. Deshalb muss der Apotheker seine Auswahl auf den Einzelfall ausrichten und sich gegebenenfalls mit dem behandelnden Arzt absprechen", sagt Magdalene Linz, Präsidentin der Bundesapothekerkammer.
Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Apotheker (ABDA), s. http://www.abda.de
Bild: Ernst Rose bei pixelio.de
August 24th, 2009 at 13:13
Hallo,
ich finde es gut, wenn auf Wechselwirkungen hingewiesen wird. Aber was nützt das, wenn alten Menschen wie zum Beispiel meiner Mutter(82J.) die Medikamente trotzdem verabreicht werden.
Meine Mutter bekommt:
Glimpirid 1mg morgens
Metformin 1000mg morgens u. abends
Nebilet 1/2 morgens
ASS 100 1/2 abends
Torasemed 20mg morgens
Novaminsulfon 500mg morgens, mittags, abends
Tramadol 100mg morgens u. abends mit dem Vermerk, nach Bedarf
Dem Arzt ist aber bekannt, dass meine Mutter Tramadol (syntetisch hergestelltes Opium)morgens und abends je 1 Tablette bekommt. Nach Bedarf heißt wahrscheinlich noch mehr davon.
Ich habe mehrmals darauf hingewiesen, dass meine Mutter meiner Meinung nach durcheinander(dement) ist, weil sie zuviel Medikamente bekommt.
Sie hat jahrelang Insulin gespritzt, das wurde aber abgesetzt, weil es einfacher sei mit Tabletten den Zuckerspiegel zu senken. Der Zuckerspiegel sei jetzt in Ordnung und die Medikamente brauche sie (lt. Arzt). Als ich den Arzt auf die Wechselwirkungen hinwies, meinte er, er kenne sich mit den Medikamenten aus. Meine Mutter habe Diabetis, eine Atritis (Metformin), ein schwaches Herz und sei stark Dement (Tramadol+Novaminsulfon+ASS), deshalb brauche sie die Medikamente so in der Zusammensetzung.
Durcheinander ist sie erst, seitdem sie keine Insulinspritzen mehr bekommt.
Kann es sein, dass meine Vermutung richtig ist, dass mit der Zusammenstellung der Medikamente etwas nicht stimmt?
Ich bin Ihnen dankbar, wenn sie mir eine Antwort auf meine Bedenken geben.
Gruß
Ssilene