Diagnose, neue Methode: Bakterielle Entzündungen mit Farbstoff aufspüren
abgelegt im Archiv Diagnose , Medizin-News am 30.12.06
Gleich vorweg möchte ich sagen - die Methode wurde bisher nur an Mäusen erprobt. Die Forscher sind aber überzeugt, dass sie sich leicht bei Menschen anwenden lässt - ja, sogar wegen der üblichen Nacktheit des Menschen noch besser (beim Experiment musste man Mäuse ohne Fell verwenden).
Um überhaupt den Sinn der Forschung zu begreifen, muss man wissen, dass Entzündungen auf zweierlei Weise entstehen können:
Viele von ihnen werden von Bakterien (oder auch anderen Krankheitserregern) verursacht. In anderen Fällen aber löst der Organismus die Entzündung als Reaktion auf ein internes Problem selber aus, etwa wenn Hautzellen durch einen Sonnenbrand geschädigt sind oder sich giftige Stoffwechselprodukte im Gewebe ansammeln, wie bei Gicht. Für die Behandlung einer Entzündung ist es entscheidend, zwischen diesen beiden Varianten unterscheiden zu können - die künftige Bedeutung der neuen Methode für die Diagnose vor der Therapie ist also offensichtlich.
Die Forscher der Universität Notre dame, Indiana, USA, unter Leitung von Matthew Leevy haben einen Farbstoff gefunden, mit dessen Hilfe sich bakterielle Entzündungen anzeigen lassen. Er wird in die Blutbahn gespritzt - verteilt sich dann im Körper und heftet sich an die Oberfläche der Mikroben, wenn er welche antrifft. Im Infrarotlicht kann die Farbe dann durch die Haut hindurch sichtbar gemacht werden und zeigt dann die Stelle einer Entzündung an. Der Farbstoff hat die Eigenschaft, dass er besonders gut an negativ geladene Bereiche auf Zelloberflächen andockt - deshalb werden Bakterien "erkannt".
Die Wissenschaftler verwendeten bei den Experimenten zunächst Staphylokokken, eine Bakterienart, die unter anderem Abszesse oder Wundinfektionen nach Verletzungen hervorrufen kann. Nach einigen Stunden leuchteten bei den mit Infrarotlicht bestrahlten Mäusen die infizierten Stellen an ihren Beinen hell auf. Ein ähnliches Ergebnis erhielten die Forscher, wenn sie die Mäuse mit den ebenfalls häufig für Infektionen verantwortlichen Darmbakterien Escherichia coli infizierten.
Weitere Einzelheiten bei wissenschaft.de. Originalquelle: Matthew Leevy (University of Notre Dame, Indiana) et al.: Journal of the American Chemical Society, Bd. 128, S. 16476
Quelle des Bildes (zeigt Infrarot-Thermografie im Baubereich): uni-siegen.de

Tags: Diagnose Entzündung+bakteriell Entzündung Farbstoff+als+Diagnosemittel Infrarot
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