Doping und Dopingkontrollen – ewiges Thema? Vortrag Pabst

Doping und Dopingkontrollen - ewiges Thema? Vortrag Pabst

Die neuesten Ereignisse bei der Tour de France zeigen, dass Doping und seine Kontrollmöglichkeiten ein Dauerthema bleiben. Mit einer moralischen Umkehr der Sportler ist jedenfalls nicht zu rechnen!!

"Der Sport darf den Fairnessgedanken nie aufgeben!" – Mit dieser Forderung zog der Dopingfahnder Dr. med. Helmut Pabst sein Fazit in der Heidelberger Ringvorlesung "Doping – ein gesellschaftliches Problem aus interdisziplinärer Perspektive" an der Uni Heidelberg. Bei idw konnte man eine Zusammenfassung nachlesen.

Pabst sieht seine Arbeit als einen Dienst für den ehrlichen Athleten.

Doch so einfach, wie sich Außenstehende und die Ã-ffentlichkeit die Organisation und Durchführung einer Dopingkontrolle vorstellen mögen, sei es nicht. Ausführlich ging Pabst auf die Probleme ein, vor denen die Mitarbeiter der PWC täglich stehen. Ein wesentlicher Knackpunkt liegt in der fehlenden Harmonisierung der Teststandards der verschiedenen Kontrollorgane, obwohl es bereits einen "International Standard of Testing" gibt. Das führe zeitweise zu Unverständnis unter den getesteten Sportler und deren Betreuern.

Auch das Konzept der "intelligenten Dopingkontrollen" steckt noch in den Kinderschuhen, was dazu führt, dass immer wieder Dopingkontrollen angeordnet werden, die nicht optimal auf Sportart und Wettkampfplan zugeschnitten sind. Auch wenn intelligente Kontrollen laut Pabsts Einschätzung nicht unbedingt zu mehr positiven Dopingtests führen, wäre dennoch ein erhöhtes Abschreckungspotential gegeben.

Für eine andere Form der abschreckung, nämlich die Alibi-Kontrolle, will sich Pabst nicht hergeben. Darunter versteht er das Testing von zwei oder drei Athleten bei Massenveranstaltungen wie Volksläufen oder ähnlichen Sportevents. Ein weiteres Manko sieht Pabst darin, dass Formfehler bei der Durchführung von Tests bei Juristen einen größeren Stellenwert haben als das eigentliche (positive) Testergebnis. Außerdem sind die Konsequenzen für manche Sportler zu gering: Als Beispiel nennt Pabst den Fall eines Eishockeyspielers, der wegen einer verweigerten Dopingkontrolle eine Geldstrafe von 5000 Euro und 56 Stunden gemeinnütziger Arbeite ableisten muss, aber ohne Sperre davonkommt.

All diese Probleme liegen jedoch nicht im Zuständigkeitsbereich von PWC (Physical Work Control GmbH aus Gilching), denn wie Pabst immer wieder unterstrich, sei seine Firma lediglich dafür zuständig, wie kontrolliert wird.

Lesen Sie, wenn sie mögen, die ganze Zusammenfassung bei idw.

Bild: Marco Kröner bei pixelio.de


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