Embolisation; Kunststoffkuegelchen lassen Myome schrumpfen

Harmlose (gutartige) Wucherungen – Myome – an der Gebärmutter: jede dritte Frau etwa leidet darunter. Das kann sehr schmerzhaft sein. Bisher hat man deshalb oft die Gebärmutter entfernt – mit psychischen Folgen.
Jetzt wurde endlich eine schonende Alternative entwickelt: Über einen 1 mm kleinen Einschnitt in der Leiste schiebt der Arzt einen dünnen Katheter in die Schlagader der Gebärmutter bis zu den arterien, die das Myom versorgen. Dann werden über den Katheter sandkorngroße Kunststoffkügelchen in die feinen Verästelungen der Arterie gespritzt. Dadurch werden die Adern verschlossen und die Myome von der Blut- und Sauerstoffzufuhr abgeschnitten. Folge: Die Myome schrumpfen innerhalb weniger Monate. Sie sind "ausgehungert".
Embolisation wird das Verfahren genannt.
Die Erfolgsrate der Methode liegt bei über 90 Prozent. In anglo-amerikanischen Ländern und Frankreich wenden Kollegen die Embolisation bei Myomen bereits seit zehn Jahren an. Prominentes Beispiel: US-Außenministerin Condoleezza Rice ließ sich im Jahr 2004 erfolgreich mit dieser Methode behandeln. Inzwischen zahlen bei uns die gesetzlichen Krankenkassen diese Behandlung.
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Weitere Infos: www.myomembolisation.org
Bild: Über die Oberschenkelarterie (Arteria femoralis) führt der Radiologe den Katheter bis an die Gefäße heran, die das Myom mit Blut versorgen. D. Klemm 1998