Ethno-Medizinisches Zentrum e.V. in Hannover bekommt Zukunftspreis für Integration von Migranten im Gesundheitswesen
abgelegt im Archiv Gesundheitsreform, Gesundheitspolitik , Seelische Gesundheit, Psyche am 30.09.06
Heute gebe ich einmal eine Pressemitteilung (fast) unkommentiert wieder, aus zwei Gründen: weil ich mich freue, dass es eine solche Initative seit Jahren gibt (und das in Hannover) - und weil ich diese Arbeit für außerordentlich wichtig halte, gerade in Zeiten des "vorauseilenden Gehorsams" gegenüber einigen terroristisch wirkenden Ideologen der verschiedensten Gemeinschaften. (Ein paar Hervorhebungen stammen von mir.)
Das Ethno-Medizinische Zentrum e.V. (EMZ) in Hannover hat am 27. September 2006 in Neuss den mit 5.000 Euro dotierten Janssen-Cilag Zukunftspreis 2006 für die Initiative "MiMi - mit Migranten für Migranten" erhalten. "MiMi" setzt sich für die Verbesserung von Gesundheitsversorgung und -vorsorge von Familien mit Migrationshintergrund ein. Seit 2003 bilden das EMZ und der BKK Bundesverband unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer MdB, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Migranten zu so genannten Gesundheitsmediatoren aus. Mittlerweile gibt es 700 "Vermittler" aus über 50 Sprach- und Kulturgruppen. Von Hannover aus wird das größte Integrationsprojekt in Europa im Gesundheitsbereich und zum bürgerschaftlichen Engagement koordiniert, das inzwischen 21 Standorte bundesweit umfasst.
In seiner Festrede betonte der Zukunftsforscher Prof. Dr. Rolf Kreibich, Mitglied der Jury des 6. Janssen-Cilag Zukunftspreises: "Unser Gesundheitswesen kann mehr interkulturelle Kompetenz gut gebrauchen. Eine lebensnahe und erfolgreiche Integration sowie die Gesundheit des Einzelnen sind unschätzbar wichtig. Doch in den Augen der Jury leistet MiMi noch weit mehr - nämlich einen wertvollen Beitrag auf dem Weg hin zu einem Gesundheitssystem, das die Prävention der medizinischen Intervention vorzieht."
Ramazan Salman ist Mitbegründer und Geschäftsführer des EMZ und zudem im Vorstand des Instituts für transkulturelle betreuung e.V. (ITB) in Hannover, das sich um die rechtliche Betreuung von Migranten in Deutschland kümmert. Viele seiner Integrationsprojekte im Gesundheitswesen machen bundesweit Schule. Bereits seit 17 Jahren trägt das EMZ dazu bei, Migranten in das Gesundheitssystem einzugliedern. Auch Prof. Dr. med. Wielant Machleidt von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und Vorstandsvorsitzender des EMZ freut sich über den Janssen-Cilag Zukunftspreis: "Das ist eine Auszeichnung ganz besonderer Art, weil in der Benennung des Preises das Wort "Zukunft" vorkommt. Wir haben seit Gründung des EMZ 17 Jahre am Beispiel der gesundheitlichen Integration von Migranten für eine mehrkulturelle Gesellschaft gearbeitet."
Weitere Infos hier.
Text: Ira Thorsting
Bild (ein Beispiel aus Schweden): http://www.ac.lst.se

Tags: Integration Migration Mental+Health Zukunftspreis+2006 Ausländerpolitik Gesundheitspolitik Ethnomed
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