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Für Herz und Kreislauf: Kardiologie-Projekt in Münster

abgelegt im Archiv Gesundheitsreform, Gesundheitspolitik am 31.05.06

Für Herz und Kreislauf: Kardiologie-Projekt in Münster
Ein Weg in der Gesundheitspolitik der knappen Kassen ist die gute Kooperation - womöglich ein Weg, der sogar den Patienten zugute kommt? Hier ein Beispiel aus Münster (Erläuterungen von mir in Klammern):

"Die Barmer hat in Münster einen Vertrag zur integrierten Versorgung von Patienten mit kardiologischen Problemen auf den Weg gebracht. Das Besondere an dem Projekt: Er bezieht ausschließlich Niedergelassene ein.

Vertragspartner der Barmer sind der Hausärzteverbund Münster und die Kardiologische Gemeinschaftspraxis Castrucci/Weber, die über ein Herzkatheterlabor verfügt. Ziel der Zusammenarbeit im Herznetz Münster ist es, durch die leitliniengerechte abgestimmte Versorgung im ambulanten Bereich die Zahl der Krankenhauseinweisungen deutlich zu reduzieren.

Der Vertrag verbindet die ambulante Versorgung von Herzpatienten, Hausärzte, Kardiologen und invasiv tätige Kardiologen, so der Landesgeschäftsführer der Barmer Westfalen Heiner Beckmann. Einen ähnlichen Vertrag haben in Hessen niedergelassene Kardiologen mit der BKK geschlossen. Auch dort steht die Kooperation mit Hausärzten im Mittelpunkt.

In Münster sieht es künftig so aus: Wird bei Patienten mit Verdacht auf koronare Herzerkrankung oder bereits manifestierter Krankheit die Behandlung durch einen Kardiologen notwendig, übernimmt der Hausarzt die Voruntersuchungen.

'Schon beim Erstkontakt in der Hausarztpraxis werden umfassende Blutuntersuchungen eingeleitet, damit mögliche Probleme bereits im Vorfeld eines notwendigen Herzkatheters erkannt und behandelt werden können und nicht unnötig Zeit vergeht', erläuterte Dr. Matthias Döring vom Hausärzteverbund Münster.

Er kritisierte, daß in der Vergangenheit viele Verträge ohne Einbeziehung der Hausärzte geschlossen wurden. 'Eine gewichtige Säule der Krankenversorgung wurde somit außen vor gelassen', so Döring.

Im Münsteraner Modell überweist der Hausarzt den Patienten für die weitere Diagnostik und Therapie an einen niedergelassenen Kardiologen. Erweisen sich eine Herzkatheteruntersuchung oder ein therapeutischer Kathetereingriff als notwendig, werden sie ambulant von der Gemeinschaftspraxis erbracht.

Bislang beteiligen sich 84 Hausärzte am Vertrag, er steht nur Mitgliedern des Hausärzteverbunds offen.

Für Versicherte der Barmer, die sich im Integrationsprojekt behandeln lassen, reduzieren sich die Zuzahlungen um jährlich 150 Euro. Die Ärzte erhalten für ihre medizinischen und administrativen Leistungen extrabudgetäre Vergütungen, über deren Höhe die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart haben. Die abrechnung der Leistungen erfolgt über die KV Consult Westfalen-Lippe. Sie übernimmt auch die Evaluation (die Be- und Auswertung)."

Quelle: http://www.aerztezeitung.de/docs/2006/05/04/081a0801.asp?cat=/politik/gesundheitssystem_uns
Bildquelle: http://www.herz-kreislauf-informationen.de

Permalink: Für Herz und Kreislauf: Kardiologie-Projekt in Münster

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