Fastenzeit, schwierige Ernährung: Empfehlung Weinbergschnecken
Es ist Fastenzeit. Was darf man essen, um nicht zu "verhungern" (oder bestimmte Bedürfnisse doch zu stillen)? Das mit dem Fisch ist ja bekannt – er gilt nicht als Fleisch und darf gegessen werden. Aber wussten Sie, dass auch Schnecken entsprechend eingestuft werden? Ich habe es (über openPR) von der Rottaler Schneckenfarm erfahren.

Schon die Mönche im Mittelalter schworen auf eine besondere Fastenspeise. Weder Fleisch noch Fisch, galten die 10 Zentimeter langen und 30 Gramm schweren Weinbergschnecken (Helix pomatia) als begehrte Delikatesse. "Als wahre Fitness-Nahrung enthalten 100 Gramm der Weichtiere nur 80,5 Kalorien", erklärt Züchter Heinz Hohenthaner (50) von der "Rottaler Schneckenfarm" aus dem niederbayerischen Pfarrkirchen (Lkr. Rottal-Inn).
Das zarte Fleisch der Helix pomatia sei der ideale Fleischersatz. "Weinbergschnecken brechen das Fasten nicht", sagt Heinz Hohenthaner. Nicht nur in der Fastenzeit ist das zarte Fleisch der Kriechtiere begehrt. Klassisch werden die Weinbergschnecken im eigenen Gehäuse gratiniert mit Kräuterbutter, als Spieß gegrillt oder als Pastete zum brotaufstrich verwendet.

Für die kriechende Delikatesse haben die Mönche neben den Klöstern ihre Schneckengärten angelegt. Heinz Hohenthaner hatte vor drei Jahren den Grundstein für seine Schneckenfarm gelegt. Das einen Hektar große Feld wurde mit einem Zinkblechzaun umrandet, der 30 Zentimeter in die Erde reicht und 70 Zentimeter obererdig verläuft. Ein zwei Meter hoher Maschenzaun schützt die Pflanzen vor Wildfrass. Ein weiterer Schneckenzaun verhindert das Ausbüchsen aus den präparierten Parzellen, in denen das Futter für die Schnecken angebaut ist: Sonnenblumen, Mangold, Zichorie, Klee und Ã-lrüben.
Im Mai 2006 wurden 14.000 Weinbergschnecken in seine Zuchtanlage aufgenommen. Hohenthaner schätzt die Schar der Schnecken auf seiner Farm auf rund eine Million Stück. Jede der 14.000 Zuchtschnecken hat in den zwei Vorjahren etwa 50 Eier gelegt. "Nur die Alttiere haben die Schlachtreife von etwa 15 Gramm", so Hohenthaner. Vor dem Verzehr werden die Schnecken auf der Zuchtanlage durch mehrtägiges Fasten gereinigt, bis ihr Darm leer ist. In kochendem Wasser werden sie getötet, gereinigt und verarbeitet oder gefroren. Zum Verzehr ist nur der Fuß geeignet, Kopf und Eingeweide werden entfernt. Die im Winter mit einer Kalkschicht eingedeckelten Schnecken seien ideal konserviert, sagt der Züchter.
Wirklich interessante Infos (u.a. gute Rezepte!) finden sich auf der Seite weinberg-schnecke.de/ (von dort auch die Bilder)