Foerderung der Gesundheit fuer hyperkinetische Kinder, sog. Zappelphilippe mit ADHS

Ein Kind lässt sich leicht ablenken, kann nicht still sitzen, braust schnell auf und neigt zum Handeln, ohne vorher nachzudenken. Die in solchen Fällen häufig gestellte Diagnose lautet: adhs (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom).
"Etwa sechs bis zehn Prozent aller Kinder in Deutschland leiden an entsprechenden Symptomen. Häufig werden sie ausschließlich mit Medikamenten behandelt, was jedoch in vielen Fällen nur vorübergehende Verhaltensveränderungen bewirkt. Erfolgreicher ist eine multimodale Bewältigungsförderung", berichtet Prof. Dr. Otmar Kabat vel Job, Inhaber der Professur Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie an der TU Chemnitz.
Das "Integrative Zentrum zur Förderung hyperkinetischer Kinder" in Chemnitz fördert die Gesundheit solcher Kinder auf andere Weise: Seit zehn Jahren entwickelt das Zentrum Therapiemöglichkeiten für Menschen mit ADHS.
Die Besonderheit der multimodalen (mit mehreren Methoden gleichzeitig arbeitenden) Bewältigungsförderung ist, dass nicht nur mit den Kindern gearbeitet wird, sondern auch mit ihrem sozialen Umfeld, also etwa der Familie, der Schule und betreuenden Medizinern. Dabei steht die Verbesserung von Ressourcen beim Kind sowie in seinem sozialen Umfeld im Mittelpunkt. Dem Kind werden beispielsweise Techniken zur Steuerung seiner Impulse, Möglichkeiten der Selbststeuerung und des Selbstmanagements und Lerntechniken vermittelt, den Eltern werden mögliche Erziehungsstile gezeigt. Diese Ressourcen sind für die Überwindung der Verhaltensprobleme und Entwicklungsstörungen bei ADHS-lern nötig.
Das IZH ist eine Praxiseinrichtung der Jugendhilfe und arbeitet mit 25 Jugendämtern in Sachsen sowie Sachsen-Anhalt zusammen. Mit der Technischen Universität Chemnitz besteht von Beginn an eine Kooperationsvereinbarung. Das IZH erforscht die Ursachen des ADHS und entwickelt Therapiemöglichkeiten für Betroffene. Es ist eng verzahnt mit der Ausbildung in den Psychologiestudiengängen der TU Chemnitz: Im Rahmen von Langzeitpraktika werden die Studierenden für die Realisierung des Behandlungskonzepts des IZH ausgebildet. Im Wintersemester 2007/08 startet am Chemnitz Management Institute of Technology (C-MIT), dem Träger der wissenschaftlichen Weiterbildung an der TU Chemnitz, ein Masterstudiengang "Integrative Lerntherapie – Ressourcenmanagement für Lern- und Entwicklungsförderung im Kindes- und Jugendalter entlang eines Masterplanes".
Quelle: idw; weitere Informationen im Internet.
Bildunterschrift: Anerkennung spornt an: Prof. Dr. Otmar Kabat vel Job freut sich über jeden Erfolg der vom IZH betreuten Kinder. An einer Wandzeitung werden alle Urkunden angepinnt.
Foto: Mario Steinebach
Juni 29th, 2007 at 03:20
Ebenso wichtig wie die Förderung der Kinder und Jugendliche wäre es dann, die Weiterbetreuung in der Ausbildung / Studium / Beruf zu fördern. Hier gibt es Modellprojekte (u.a. Berufsbildungswerk Waiblingen), aber letztlich noch viel zu weniger Kenntnisse. Die besonderen Chancen und Fähigkeiten der Betroffenen werden schnell als Störung abgetan, dabei sind ADHSler eben besonders lernbegierig, einsatzfreudig und kreativ.