Forschungsförderpreis: "Adulte" Stammzellen – Entwicklung zu Knorpel- und Knochengewebe, wie funktioniert das?

Forschungsförderpreis: "Adulte" Stammzellen - Entwicklung zu Knorpel- und Knochengewebe, wie funktioniert das?

Auch in diesem Jahr werde ich wieder von spannenden Beispielen neuer Forschungsansätze berichten. Manchmal bedarf es eines Anstoßes, einer Förderung – oder gar einer "Anschubfinanzierung", gerade bei jungen Forschern. Heute teilt die Sophia-und-Fritz-Heinemann-Stiftung (pardon, dies wäre die korrekte Schreibweise) der Dresdener Bank Bochum die Entscheidung für zwei neue Preisträger mit. Ich gebe aber nur Auszüge aus der Pressemitteilung wieder, denn ich möchte mich auf eines der beiden Beispiele konzentrieren. RUB ist die Abkürzung für die Ruhr-Universität Bochum.

"Über eine Anschubfinanzierung von je 6000 Euro freuen sich Sebastian Potthoff und Christian Prante: Die beiden jungen RUB-Forscher wurden bei der FoRUM-Tagung der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität mit dem diesjährigen Förderpreis der von der Dresdner Bank Bochum betreuten Sophia & Fritz Heinemann Stiftung ausgezeichnet. Sebastian A. Potthoff (Marienhospital Herne, Klinikum der RUB) erforscht die Wirkungsweise bestimmter Medikamente bei fortschreitender Niereninsuffizienz, die z.B. durch Bluthochdruck oder Diabetes hervorgerufen sein und zur Dialysepflicht führen kann. Christian Prante (Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen, Klinikum der RUB) untersucht ein Enzym, das an der Entwicklung von adulten Stammzellen zu Knochen- oder Knorpelzellen beteiligt ist. Von seinen Erkenntnissen könnten künftig Patienten profitieren, die an chronischen Gelenkserkrankungen leiden."

Hier das eine der beiden Beispiele, etwas genauer:
"Jeder Mensch hat, insbesondere im Knochenmark, eine geringe Anzahl von adulten Stammzellen. Sie können sich bis ins hohe Alter zu den verschiedensten Zelltypen, wie z.B. Knorpelzellen, Knochenzellen, Fettzellen oder auch Herzmuskelzellen, entwickeln. In den vergangenen Jahren wurden sie deshalb immer mehr zu einer attraktiven Quelle für die künstliche Herstellung von Knorpel- und Knochengewebe. Insbesondere für Patienten mit Gelenkserkrankungen stellt diese Methode einen neuen Therapieansatz dar. Der Biochemiker Christian Prante konnte bereits durch erste Studien mit adulten Stammzellen zeigen, dass die Enzyme Xylosyltransferase I und II an der Knorpelbildung beteiligt sind. Beide Enzyme wurden vor wenigen Jahren im Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin des Herz- und Diabeteszentrums NRW entdeckt. Die Bad Oeynhausener Forscher konnten in diversen Studien zeigen, dass beide Enzyme an der bildung von Zucker-Eiweiß-Verbindungen beteiligt sind, welche z.B. vermehrt bei Erkrankungen des Herzmuskels vorkommen. Um die Funktion der Xylosyltransferasen beim Aufbau der Knorpel- und Knochensubstanz besser zu verstehen, will Christian Prante nun die einzelnen Stadien der Stammzellentwicklung genauer untersuchen. Dabei soll die Bildung einzelner Proteine in den Stammzellen gezielt mit Molekülen, die als siRNA bezeichnet werden, unterdrückt werden. 'Dadurch können wir die Funktion der Xylosyltransferasen während der Stammzellentwicklung besser verstehen und somit neue Strategien für die künstliche Herstellung von Knorpel- und Knochensubstanz aufzeigen. Außerdem erhoffen wir uns durch dieses Projekt, dass wir neue Einblicke in den Verlauf chronischer Gelenkserkrankungen erhalten', erklärt Christian Prante.

Quelle: idw
Bildquelle: krankenhaus-bobingen.de


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