Gesunder Schlaf als Diabetes-Vorsorge?
Noch so ein superguter Ratschlag (ich beziehe mich auf das mit dem Ehering) – und das am Welt-Diabetestag!
Guter Schlaf soll Diabetes verhindern helfen. Das glauben Forscher der Uniklinik Uppsala in Schweden herausgefunden zu haben … So las ich im österreichischen netdoktor, der Reuters Health und die Ärztezeitung als Quellen nennt.
Genauer gesagt, haben die Mediziner Zusammenhänge durch Fragebögen herausgefunden, die sie zweimal – 1985 und 1995 – an dieselben Probanden geschickt haben, welche anfangs zwischen 45 und 65 Jahre alt waren. Bei der auswertung wurde geachtet auf Alter, Blutdruck, Schnarchen, Übergewicht und Depressionen.
Eindeutiges Ergebnis: Männer, die nicht mehr als fünf Stunden in der Nacht durchschlafen (die Schnarcher also), haben ein fast dreifaches Risiko, an Diabetes zu erkranken.
Die genannten Deutungsversuche (s. in der Meldung) sind allerdings ziemlich vage – z.B. könnte die Schlaftiefe einen Einfluss auf den Kohlenhydrat-Stoffwechsel haben, heißt es …
Ehrlich gesagt, das ist wieder ein Forschungsergebnis, das mich sehr, sehr skeptisch macht. Wird hier vielleicht ein uralter Wissenschaftsfehler begangen: dass man nämlich eine Korrelation mit einem Ursache-Wirkungs-Verhältnis verwechselt? So sagt auch Wikipedia in seinem Artikel gleich zu Anfang: Die Korrelation ist eine Beziehung zwischen zwei oder mehr quantitativen statistischen Variablen. Wenn sie besteht, ist noch nicht gesagt, ob eine Größe die anderere kausal beinflusst, oder ob beide von einer dritten Größe kausal abhängen, oder ob sich überhaupt ein Kausalzusammenhang erfolgern lässt."So besteht eine Korrelation zwischen der abnehmenden Population an Weißstörchen und der immer geringeren Kinderzahl – aber das beweist noch nicht, dass der Storch die Kinder bringt! (Dies Beispiel habe ich dem genannten Lexikonartikel entnommen.)
Infos zum Welt-Diabetes-Tag finden sich hier.
Text: Helge Mücke
Bildquelle: http://www.madaus.de/cd/article/article.jsp?oid=2234
November 16th, 2005 at 06:00
die ueberschrift liess mich wirklich grinsen – sollte das heissen, wenn man schlaeft, suendigt (sprich: isst) man nicht..??
naja, dann wurde man ja aufgeklaert, wenn man weiterlas..
aber richtig witzig wurde es am ende noch beim vergleich mit dem storch!!! *ggggg*
so einen artikel, wie auch schon den mit dem ehering finde ich sehr angebracht in einem sonst eher vielleicht trockenen forum.. – man muss es ja nicht gleich alles glauben..
lg iiiiiii
November 17th, 2005 at 02:56
helge, ich finde es sehr gut, dass du nicht einfach alles niederschreibst ohne die dinge zu hinterfragen. das macht es erstens unterhaltsamer und zweitens glaubwürdiger.
November 17th, 2005 at 10:51
Danke für die ermutigenden Kommentare. Das ist immer wichtig, wer wollte das leugnen …
Dennoch will ich hier einen kleinen Denkfehler eingestehen, den ich gerade korrigiert habe: Das Storchenbeispiel ist natürlich keine NEGATIVE Korrelation, sondern genauso eine positive. Je weniger, desto weniger ist trotzdem “positiv”. Je mehr, umso mehr ebenfalls. Die negative Korrelation würde lauten: je mehr, umso weniger bzw. je weniger, umso mehr (also jeweils Gegenteil). Zum Beispiel: je mehr Vitamine, um so weniger Erkältungskrankheiten (hoffentlich, die Wirklichkeit ist nicht ganz so einfach).
Selbstkritisch gesagt also: Skeptisch ja, kritisch ja, aber präzise muss man bleiben. (Dass dennoch auch mal ein Fehler passieren kann, na ja, dafür bin ich ein Mensch …)