Gesundheit typisch männlich, weiblich: geschlechtsspezifische = Gender-Medizin

Gesundheit typisch männlich, weiblich: geschlechtsspezifische = Gender-Medizin

Die Frage, inwiefern Diagnose und Behandlung von Erkrankungen bei Männern und Frauen unterschiedlich gestaltet werden müssen, wurde lange ignoriert, wird jetzt aber zunehmend beachtet. Ein weiteres Ziel der sogenannten geschlechtsspezifischen Medizin (= Gender-Medizin bzw. gender medicine) ist das Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten. "Typisch männliche" oder "typisch weibliche" Erkrankungen und Symptome werden vorgeschoben, um etwa für bestimmte Medikamente neue Zielgruppen zu erschließen.

Einigen Aspekten des Themas widmet sich am 1. Juni ein von der NÃ-. Gebietskrankenkasse veranstalteter Gesundheitstag. Bei freiem Eintritt haben Interessierte in der Römertherme Baden die Gelegenheit, sich über geschlechtsspezifische Medizin in Ã-sterreich zu informieren. Namhafte Expertinnen und Experten halten Vorträge zu Themen wie Suchterkrankungen bei Männern und Frauen, gesunde Ernährung und Erkrankungen wie Osteoporose oder Parodontitis – die sich bei Männern und Frauen oft unterschiedlich entwickeln.
Auf einer umfangreichen "Gesundheitsstraße" können sich die Besucherinnen und Besucher diversen Tests und Untersuchungen unterziehen. Zudem bietet die Veranstaltung ein breites Workshop-Programm, das etwa Pilates für Männer, Trommel- oder Yoga-Einheiten beinhaltet. Der Gesundheitstag findet zwischen 9 und 17 Uhr statt, Veranstalter sind unter anderem die Medizinische Universität Wien, die International Society of Gender Medicine und die Ã-sterreichische Gesellschaft für geschlechtsspezifische Medizin.
Quellen: noegg.at; ots.at; diestandard.at (über netdoktor.at)

Dazu passt die folgende Meldung:

Wenn es um die Behandlung komplexer Kopfschmerzen geht, sind Männer im Vorteil. Bei ihnen fällt den Ärzten die Diagnose leichter, weil Männer ihre Schmerzen wesentlich konkreter beschreiben als Frauen. Das ermittelte eine Forschergruppe um Florian Menz vom Institut für Sprachwissenschaft an der Universität Wien.

Die Forscher analysierten rund 100 Gespräche, die männliche und weibliche Schmerzpatienten mit ihren Ärztinnen und Ärzten geführt hatten. Die Gespräche waren in der Kopfschmerzambulanz am AKH Wien auf Tonband und Video aufgezeichnet worden.

… Nach Meinung der Sprachwissenschaftler kommt es zu Missverständnissen, weil Mediziner primär an der Schmerzanalyse interessiert sind. Die Patientinnen dagegen, die häufig eine langjährige Erfahrung mit den eigenen Schmerzen hätten, würden lieber Behandlungsalternativen in den Vordergrund stellen. Hier erfülle das Arztgespräch oftmals nicht die Erwartungen der Patientinnen, die in die Entscheidungsfindung eingebunden werden wollten.

Mit ihrer Untersuchung wollen die Sprachforscher Ärzte sensibilisieren. Die detaillierten Forschungsergebnisse werden auf dem Anfang Juni in Wien stattfindenden "International congress of Gender Medicine" präsentiert.

Lesen Sie den ganzen Artikel bei scienceticker.info

Forschung: Prof. Florian Menz u.a., Institut für Sprachwissenschaft, Universität Wien

Bild: mendoc.at


Hinterlasse eine Antwort


Impressum