Gesundheitskarte muss gestoppt werden - sagt FuSION
abgelegt im Archiv Gesundheitsreform, Gesundheitspolitik am 15.12.06
"Der Nutzen einer Gesundheitskarte ist unumstritten", heißt es weiter unten in einer Pressemitteilung des Vereins FuSION. Da könnte man ja schon stutzen oder schlucken - an dem Verein sind Ärzte beteiligt, aus ihrer Sicht dürfte der Nutzen überwiegen. "Ökonomische Kostensenkung, extrem stabiler und flüssiger Praxisbetrieb, Betriebskostensenkung und effektiveres Arbeiten" (Zitat aus grammatikalischen Gründen nicht ganz wörtlich) werden in reichlich hölzernem Deutsch als Vorzüge genannt - oh, dieser Pressemitteilungs-Jargon, ich habe mir neulich schon die Haare gerauft!
Aber: Dennoch fordert dieser Verein den Stopp der Einführung - aus Sicherheitsgründen. In diesem Rahmen ganz schön mutig! "FuSION e.V mit Hauptsitz in Gelsenkirchen NRW ist ein Verbraucherschutz- und Beratungsverein, der seit der Gründung 2000 mit unabhängigen IT-Fachräften, Ärzten, Rechtsanwälten und Privatleuten für Sicherheit und Fairness im Bereich EDV, Internet und Netzwerke tätig ist", heißt es. Ich nehme an, dass der wortspielerische Name FuSION sich aus Fairness und Sicherheit online zusammensetzt - ???
Lesen Sie Auszüge aus der Mitteilung (ein paar Deutschfehler habe ich allerdings stillschweigend verbessert, das ging schon los mit Verbraucher und Beratungsverein, da fehlte hinter Verbraucher das Auslassungszeichen für -verein):
"Die Mitglieder des FuSION e.V., die aus Patienten und Ärzten bestehen, (oh je, der Verein kann vielleicht aus Mitgliedern bestehen, nicht aber die Mitglieder aus ...) fordern den sofortigen Stopp der Gesundheitskarte aus sicherheitsrelevanten und finanziellen Gründen für Patienten und Ärzte. Denn egal, wie sicher auch die Gesundheitskarte selbst sein sollte, trifft sie auf unsichere unvorbereitete Netzwerke in den Praxen. die schuld dafür bei den Ärzten zu suchen ist genau so unverschämt wie die immens angestiegenen bürokratischen Anforderungen an die Arztpraxen.
So fehlen in den Praxen nicht nur aktuelle Schutzmaßnahmen wie ein aktueller Virenschutz. Denn die meisten Praxisnetzwerke sind dank oberflächlicher Einrichtung und gefährlicher Hardwareausstattung unsicherer als Privatlösungen. Fehlende Schutzmaßnahmen des Betriebssystems durch oberflächliche Betriebssystemeinrichtung und Nutzung geschützter Benutzerkonten aber auch fehlende Sicherheitsupdates sind in fast jeder Praxis zu finden. Hinzu kommen noch Scheunentor offene (weit wie Scheunentore offene??) Praxis-PCs mit ungesicherten Laufwerken und Schnittstellen in unbeobachteten Behandlungsräumen und Arztzimmer. Diese Fehler ermöglichen heute nicht nur Spezialisten, sondern schon Anwendern den Zugriff auf fremde Daten.
Diesen maroden Sicherheitszustand verdanken wir nicht den Ärzten, sondern denen, die diese Systeme verkaufen, einrichten und warten. Da der Arzt als Laie kaum eine Chance hat sich dagegen zu wehren, unterstützen wir diesen mit umfangreicher Beratung und Hilfe. Wir fordern und kontrollieren umfassende Angebote mit entsprechender Leistungsbeschreibung vollständig unabhängig. Bis hin zur Ausführung und dem nachträglichen Service für sichere und ökonomische Praxen."
Aussender: FuSION e.V. gem., Verantwortlicher: Ralf Kern; Web: www.itsozial.de
Meine Quelle für Text und Bild: openPR

Tags: Gesundheitskarte Sicherheit+bei+EDV+in+Arztpraxen EDV+beim+Arzt EDVSicherheit
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Kommentar von:
Dr. Christian Nehammer
(15.12.06 15:17 Uhr)
Kommentar von:
Wolfgang Müller
(16.12.06 19:39 Uhr)
Noch ein weiterer Lesetipp: http://www.cio-weblog.de/50226711/merkwardigkeiten_bei_der_elektronisc
hen_gesundheitskarte.php
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Zunächst empfehle ich Ihnen zum allgemeinen "Einlesen" folgende Leserzuschrift
http://egk-kritik.info/ZDF%20Bitte%20um%20Entschuldigung.pdf
dann bekommen Sie hier detaillierte Informationen über das gesellschaftliche Katastrophenthema e-Card
http://egk-kritik.info/index.htm
Beste Grüsse
Dr. Christian Nehammer