Gesundheitsreform, die keine ist

Gesundheitsreform, die keine ist

Persönlich bleibt mir immer noch die Sprache weg nach den nächtlichen Ergebnissen der Verhandlungen über Eckpunkte zur Gesundheitsreform. Auch die internationalen Pressestimmen sind vorwiegend negativ-kritisch. Darüber informierte der "Spiegel" in seiner online-Ausgabe (und die Ärzte-Zeitung hat es mir im Newsletter zugeschickt). Zwei Beispiele gebe ich hier direkt wieder – danach kommt der Link, falls Sie alles nachlesen möchten.
Anschließend gebe ich einen Link weiter, der zu dem farbigen Hintergrundsbericht der "Welt" führt (woher die das wohl so genau wissen). Also, bitte nicht gleich hier oben abschalten!

"Basler Zeitung"

"Auf jeden Rausch folgt der Kater: Das Erwachen der Deutschen wird besonders schmerzhaft werden. Denn Merkel treibt sich keineswegs nur in Fußballstadien herum, der Fußball dient ihr nur als Tarnung. Sie nutzt die kollektive Betäubung der Bürger, um eine Reihe von Reformen durchzupauken, die, nüchtern betrachtet, jede für sich einen Aufschrei zur Folge gehabt hätte. (…) Und nun die Gesundheitsreform. Sie wird als der große Wurf verkauft und erfüllt doch nur gerade so viel, dass die Frontfiguren von CDU/CSU und SPD mit dem üblichen guten Politikergewissen behaupten können, die Reform trage jeweils ihre Handschrift. (…) So ungeniert hat bislang noch keine Regierung dem Bürger in die Tasche gegriffen."

"Die Presse", Wien

"Nichts ist geworden aus den ehrgeizigen Plänen der CDU-Politikerin (angela Merkel), die Arbeitskosten zu entlasten. Im Gegenteil. (…) Geboten gewesen wäre ein Systemwechsel. Ein Umstieg auf ein Modell, das sich stärker als bisher aus Steuermitteln finanziert und langfristig kostendämpfend wirkt. Elf Prozent der Wirtschaftsleistung frisst das deutsche Gesundheitswesen auf. Tendenz steigend. Auf Dauer schnürt ein derart rasant wachsender Moloch dem Sozialstaat die Lebensader ab. Jeder kennt die Diagnose, doch keiner wagt die Operation.

Auch das Rezept ist bekannt: Nur Wettbewerb könnte die Preise senken, auch in Spitälern. Doch Wettbewerb wird auch in Zukunft dem deutschen Gesundheitswesen fremd bleiben. Dafür haben lobbyistische Nutznießer des jetzigen Systems schon gesorgt."

Lesen Sie die ganze Übersicht hier.

Lesen Sie die Beschreibung der langen Nacht an dieser Stelle.


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