Gesundheitswesen als Jobmotor? Große Koalition meint das

Jetzt bei ihrer Klausurtagung in Meseberg hat die Große Koalition es festgestellt: Der Gesundheitssektor wird in Zukunft ein wichtiger Jobmotor sein – angesichts der demografischen Entwicklung, hieß die Begründung.
Die Vertreter der beiden großen Parteien haben deshalb ein "Gesamtkonzept" zur Beschäftigung im Gesundheitswesen vereinbart. Angesichts der demografischen Entwicklung sei die Gesundheitsbranche ein "enormer Beschäftigungs- und Innovationsfaktor", heißt es im Abschlussbericht.
Die Forschungsförderung soll nach dem erklärten Willen der Koalition ein Schwerpunkt sein. U.a. soll ein nationales Zentrum gegründet werden, das sich der Erforschung von Demenzerkrankungen widmet.
Bis Ende dieses Jahres solle das Präventionsgesetz als Entwurf vorliegen, kündigt die Koalition außerdem an. Mehr gesundheitliche Prävention sei auch dort nötig, "wo Menschen bisher zu wenig oder gar nicht erreicht werden". Geplant ist außerdem "eine Strategie zur Förderung der Kindergesundheit".
Diese knappe Zusammenfassung konnte ich der Online-Ausgabe der Ärztezeitung aerztezeitung.de entnehmen. Ich habe versucht, mehr darüber zu erfahren – aber das erwies sich als schwierig; wahrscheinlich, weil es das "Gesamtkonzept" noch nicht gibt …
Überhaupt gab es offenbar mehr Absichtserklärungen als Beschlüsse –
weshalb "Die Zeit" in ihrem Kommentar bissig von der "Wohlfühlregierung auf Zeit" spricht.
Nur die Online-Ausgabe der "berliner zeitung" berlin-online.de gibt den Abschlussbericht vollständig wieder, sodass ich hier die entsprechenden Passagen wörtlich zitieren kann:
"Ein funktionierendes Gesundheitswesen für alle Menschen ist nicht nur für die soziale Lage einer Gesellschaft entscheidend, sondern auch für die künftigen wirt-schaftlichen Perspektiven. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung ist das Gesundheitswesen ein enormer Beschäftigungs- und Innovationsfaktor. Daher wird zum Themenbereich "Dienst Mensch am Menschen – Arbeitsplätze im Gesundheits-, Pflege- und Betreuungsbereich" ein Gesamtkonzept erarbeitet. (Vorlage bis März 2008)"
"Mehr gesundheitliche Prävention ist eine unabdingbare Voraussetzung für eine gesunde wirtschaftliche und soziale Entwicklung unseres Landes. Sie muss auch da stattfinden, wo Menschen bisher zu wenig oder gar nicht erreicht werden. Die Bundesregierung erarbeitet ein Präventionsgesetz und ergänzend dazu eine Strategie zur Förderung der Kindergesundheit. (Vorlage des Entwurfs zum Präventionsgesetz bis Ende 2007)
Man/frau kann gespannt sein, was wirklich daraus wird!
Bild (Schloss Meseberg aus der touristischen Perspektive): gransee-info.de