Haben Sie schon einmal auf Pilzen geschlafen? Wetten, dass …?
Natürlich betten Sie Ihr Haupt auf ein Kissen – oder? (Ausnahmen mag es geben, Menschen, die den Kopf so tief haben wollen, dass sie sogar das Kissen fortlassen …)
Das Kissen ist genau der Punkt: Es ist ein "Eldorado" für Pilze, geradezu eine Zuchtanlage! Selbstverständlich nicht derartige Pilze, wie wir sie jetzt im Wald finden können, mit Stiel und Hut, sondern Mikroformen, Kleinpilze, wie man sie erst unter dem Mikroskop finden kann – den Nicht-Fachleuten am ehesten als Schimmel oder Bierhefepilz bekannt.
Einige von ihnen sind infektiös, können also Krankheiten hervorrufen.
Eine Forschergruppe der Universität Manchester unter Leitung von Prof. Woodcock hat Kissen untersucht, zur Hälfte synthetische, zur anderen Hälfte solche mit Naturfedern.
Bis 18 verschiedene Pilzarten ließen sich feststellen. Sie ernährten sich von menschlichen Schuppen und dem Kot von Staubmilben.
Zu den Pilzen, die man fand, zählte aspergillus furnigatus, der in Lunge und Nebenhöhlen eindringt und Asthma hervorrufen kann. Die synthetischen Kissen sagen den Pilzen am meisten zu.
Ein Drittel des Lebens etwa bringen wir auf dem Kissen zu – darauf macht der Prof. aufmerksam. Die Gefahr zu Atemwegserkrankungen und Sinusitis (Entzündung der Nebenhöhlen) ist groß.
Am besten desinfiziert man die Kissen regelmäßig und entscheidet sich grundsätzlich für solche mit Federn.
Dann kann man jede Nacht sanft ruhen!
Nachtrag am 17. 10.: Ha, diesmal war ich schneller! Jetzt ist die Meldung auch (in deutscher Übersetzung) beim "scienceticker" angekommen. (Ich hatte sie bei BBC-News direkt gelesen …) S. hier: http://www.scienceticker.info/news/EEkAkApAlZmcVOSLAr.shtml
Quelle: Allergy Journal, Zusammenfassung bei BBC News.
Bildquelle: http://www.kreative-handwerker.de/html/fensterdeko_&_polster.htm.