Häusliche Gewalt: Welche Sprache ist angemessen?

Ob von häuslicher Gewalt betroffene Frauen mit einer Ärztin oder einem Arzt über ihre traumatischen Erlebnisse sprechen, liegt auch an der Art und Weise, wie die Mediziner Fragen formulieren – so berichtet der österreichische Netdoktor. Kanadische und US-amerikanische Wissenschafter konnten zeigen, dass Frauen, die nach einem Gewaltdelikt in die Notaufnahme kamen, eher über die wahren Gründe für ihre Verletzungen sprachen, wenn sie auf einfühlsame Weise danach gefragt wurden. Der Bericht der Forscher wurde in den "Annals of Internal Medicine" veröffentlicht.
Wer hätte das gedacht? kann ich da nur bissig sagen. Die apparatemedizin kann eben nicht alles abdecken und manche Befragung kommt dem schon ziemlich nahe, auch Maschinen könnten sie machen.
Die Wissenschafter hatten 871 Erstbehandlungen in den Emergency Rooms US-amerikanischer Spitäler auf Video aufgezeichnet und analysiert. Bei fast einem Drittel war häusliche Gewalt im Spiel. "Die Auswertung der Gesprächsprotokolle ergab, dass die Fragen nach häuslicher Gewalt seitens der behandelnden Ärzte und Ärztinnen meist sehr routiniert heruntergespult wurden", beschreibt Studienleiter Frankel. Diese Fragen hätten sich im Tonfall oft nicht einmal von jenen nach einer Allergie oder dem Rauchverhalten der Frauen unterschieden. Oftmals seien sie zudem so gestellt, dass sie eine verneinende Antwort nahelegen.
Richard Frankel rät Medizinern zu sogenannten offenen Fragen. Diese würden eher dazu führen, dass Frauen über Gewalterfahrungen berichten.
Quellen: Annals of Internal Medicine; eurekalert.org netdoktor.at