Herzinfarkt, Herzkranzgefäße: Untersuchung radikal verbessert

Die Fortschritte durch bildgebende Verfahren mit CT = Computertomographie sind groß, es ist wie ein Entwicklungssprung – man sollte sich das als Laie auch einmal klar machen. Das betrifft zum Beispiel die Voruntersuchungen, die einen möglichen Herzinfarkt so frühzeitig erkennen lassen, dass er verhindert wird. Die moderne Untersuchung der Herzkranzgefäße hat zwei wesentlich Vorteile: sie geht schneller und sie ist nicht so risikoreich, weil ja gar nichts direkt in die Gefä0e hineingebracht wird. Vereinfacht gesagt musste man vorher einen Schlauch in die eigenen Adern des Herzens (die Herzkranzgefäße oder Koronargefäße) einführen, jetzt werden nur noch Röntgenstrahlen hindurch geschickt (Erklärung des CT bei wikipedia). Lesen Sie diese Presseerklärung:
Herzinfarkt ist heute immer noch ein Angstwort für viele, doch dazu muss es gar nicht erst kommen. Denn mit Vorsorgeuntersuchungen bei Verdachtsfällen lässt sich das Infarktrisiko heute bereits schnell und bequem klären.
"Im Bereich der Koronargefäßdarstellungen ist bereits ein kompletter Paradigmenwechsel vollzogen", erläutert der Leiter der Abteilung der Allgemeinen Radiologischen Diagnostik der Universität Graz, Prof. Dr. Rainer Rienmüller, am ECR 2006 in wien.
"Die konventionelle diagnostische Koronarangiographie gehört der Vergangenheit an. Aufgrund der modernen CT Technologien von 64 Zeilen Computertomographen aufwärts, können wir bei dieser Untersuchung den Patienten einen echten Qualitätssprung bieten," so Prof. Dr. Rienmüller.
"Diese neuen Geräte können mit einer Rotation von nur 0,3 s Dauer 64 Bildzeilen gleichzeitig erfassen und die Herzkranzgefäße (Koronararterien) und Bypässe lassen sich ohne Herzkatheter darstellen. Nach einigen Sekunden Atemanhalten ist die Untersuchung für den Patienten beendet," so Prof. Dr. Rienmüller weiter.
Zum ersten Mal erreicht man mit diesen neuen Technologien (Dual Source CT), eine reale Expositionszeit, die an die Größenordnungen von einem Ultrafast-CT herankommt (85 ms).
Bei der bisher als Standard durchgeführten Koronarangiographie wird ein dünner flexibler Kunststoffschlauch unter Röntgenkontrolle durch ein Blutgefäß bis ins Herz vorgeschoben. Die Sichtbarmachung erfolgt durch das Injizieren eines Röntgenkontrastmittels über ein Kathetersystem direkt selektiv in die Koronargefäße.
"Die CT Koronarangiographie ist für den Patienten natürlich wesentlich bequemer und stellt auch ein geringeres Risiko dar," so Prof. Rienmüller. "Die Entwicklung schreitet hier aber immer noch rasend schnell voran. Derzeit wird bereits heftig an weiteren Verbesserungen dieser Technologie gearbeitet. Die nächste Generation von Geräten wird es möglich machen, die Expositionszeiten noch weiter zu verkürzen und den Kontrast und das räumliche Auflösungsvermögen zu erhöhen."
Als nächsten bahnbrechenden Schritt plant man mit dieser neuen Technologie die Messung der myokardialen Durchblutung in ml / 100 g Gewebe / Minute. "Dies ist unbedingt notwendig, da die Herzkranzgefäße nur ein Teil der Story der koronaren Herzkrankheiten sind, denn sie dienen als Bluttransportmittel zum Herzmuskel, dessen Arbeit aber unmittelbar von der Herzmuskeldurchblutung abhängt. Daraus folgt, dass die Kenntnis der Herzmuskeldurchblutung ein absolutes Muss darstellt und sie deshalb im Zentrum des Interesses steht", so Prof. Dr. Rienmüller am ECR 2006.
Die Herzmuskeldurchblutung stellt den wesentlichen Parameter der Leistungsfähigkeit bzw. Arbeitsfähigkeit des Herzmuskels dar. Durch die Verwendung dieser fortgeschrittenen CT Technologie lässt sich die diagnostische Aussagequalität erhöhen und die Anzahl der unnötigen, rein diagnostischen Herzkatheter-Untersuchungen auf ein Minimum reduzieren, wodurch Herzkathetermessplätze für interventionelle Koronarangiographie-Eingriffe frei werden.
Rückfragehinweis:
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Anita Resch
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Bildquelle: http://www.kardiowerkstatt.de/www/kardiovital/VitalHerzanatomie.htm