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HPV, Papillomaviren, Gebärmutterhalskrebs: Werbung für Vorsorge mit Test ab 30

abgelegt im Archiv Prävention, Gesundheitsvorsorge am 30.01.07

HPV, Papillomaviren, Gebärmutterhalskrebs: Werbung für Vorsorge mit Test ab 30
- irgendwie ein Gegenstück zu den Orphan Drugs

Dieses Mal nehme ich eine Anzeige zum Anlass, die ich ziemlich groß (1/4 Seite, ganz schön teuer!) in meiner Tageszeitung vorfand*. Das Bild zeigt eine Frau auf einer blühenden Wiese liegend mit sanft lächelnder Anmut. Die Überschrift heißt: Der Tag danach. Gemeint ist der Tag nach dem hc2 HPV-Test. Auch so kann man also Ängste schüren, wenn auch auf die ganz indirekte Tour! Alles natürlich rechtlich astrein und abgesichert - denn es heißt gaanz vorsichtig: Bestimmte Papillomaviren (HPV) können Gebärmutterhalskrebs verursachen. KÖNNEN! Dennoch halte ich derartige Anzeigen im medizinischen Bereich schlicht für falsch.
*Obwohl ich es ja sonst bekanntlich mit Quellen sehr genau nehme, will ich hier auf eine Angabe der Zeitung und des Firmennamens (des Anzeigen-Auftraggebers) verzichten - da würde ich die Werbung ja noch unterstützen. Ich kann aber versichern, dass ich absolut kein Interesse daran habe, der betreffenden Firma zu schaden. Andere Firmen schalten sicherlich ähnliche Anzeigen. Ich nehme das nur als Aufhänger für grundsätzliche Gedanken und ergänzende Informationen (für die ich die Quellen natürlich, wie gewohnt, angebe) - und informativ ist diese Anzeige nun wirklich nicht ...


Was in der Anzeige nicht ausdrücklich steht: Der Test wird nicht von der Kasse bezahlt, er zählt zu den IGel-Leistungen (auch so ein beschönigender Ausdruck, es heißt "individuelle Gesundheitsleistung" - so individuell, dass man sie selbst bezahlen muss). Er kostet 48 bis 80 Euro, habe ich gelesen. Und zwar bei focus.de, wo allerdings auch kritische Töne zu hören sind, ich zitiere:
"Schon junge Frauen leiden häufig an Gebärmutterhalskrebs. Neuerkrankungen treten am häufigsten bei 36- bis 50-Jährigen auf. Bei Frauen unter 30 heilt Gebärmutterhalskrebs allerdings oft spontan aus. Der Arbeitskreis Frauengesundheit kommt zu dem Schluss, dass es dennoch nicht sinnvoll ist, sich routinemäßig auf HP-Viren testen zu lassen. Die Stiftung Warentest teilt diese Einschätzung, da es keine Belege dafür gibt, dass der HPV-Test gegenüber dem Pap-Abstrich einen zusätzlichen Nutzen bringt. Laut Peter Friemelt, Berater in der Patientenstelle des Münchner Gesundheitsladen e.V., gilt dies vor allem für Frauen, die in einer festen Beziehung leben. Für sie ist das Risiko, sich mit HP-Viren anzustecken, relativ gering."
Zur Erklärung: Der "einfache Pap-Abstrich" wird von der Kasse bezahlt. Mit ihm können veränderte Zellen am Gebärmutterhals frühzeitig erkannt werden - der hc2 HPV-Test kann spezielle Viren aufdecken.

Zu Recht sagen die "Frauenärzte im Netz", die beste Vorsorge bestehe darin, sich nicht anzustecken. Weitere grundsätzliche Infos finden sich beim netdoktor und natürlich bei wikipedia.

Ach ja, eines muss ich vielleicht noch hinzufügen: Als Folgen einer HPV-Infektion treten meist harmlose Hauterscheinungen auf. Im Genitalbereich enstehen Feigwarzen (Papillome eben) - so steht es an der genannten Stelle beim netdoktor.

Bildquelle:pathguy.com

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Tags: HPV  Papillomaviren  HPVTest  Vorsorge+Gebärmutterhalskrebs  Gebärmutterhalskrebs 

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