Impfkritische Mediziner – Beispiel Masern in Salzburg

Die Waldorfschule in Salzburg, von der die Masern-Epidemie ihren Ausgang genommen hatte, nahm am Montag wieder ihren (Teil-)Betrieb auf. Wer geimpft war oder die Krankheit bereits durchgemacht hatte, durfte das Schulgebäude betreten. Nicht immunisierte Kinder und Lehrer mussten vor der Schultüre umdrehen – weshalb viele Plätze in den Klassenzimmern leer blieben.

Etwas mehr als die Hälfte der rund 300 Schüler war am Montag zum Unterricht gekommen; bei den Lehrkräften gab es nur einen Ausfall. Ungeimpfte Kinder dürfen bis zum Abklingen der Masern-Welle nicht in die Schule, wurde am Montag beschlossen.

Während die Zahl der gemeldeten Masern-Erkrankungen in Salzburg nur mehr leicht auf 183 Fälle gestiegen ist, wehrte sich die Vereinigung "Impfkritische Ärzte" gegen "übertriebene Panikmache" und kritisierte den Salzburger Gesundheitsdienst: Die Verantwortlichen sollten "jeden Anschein einer Kriminalisierung der Menschen vermeiden, die von einer Impfung wohlüberlegt Abstand genommen haben." Nachsatz: "Als Ärzte können wir das nachvollziehen, da wir in unseren Praxen immer wieder schwer wiegende Nebenwirkungen nach Impfungen beobachten."

Gleichzeitig dementiert die Polizei Hinweise auf die Veranstaltung von "Masern-Partys", bei denen die hochansteckende Krankheit absichtlich weiterverbreitet wurde. Kripo-Ermittler Johann Tonis zur "Presse": Bei diesen Meldungen handle sich um eine "reine Ente". Trotzdem setzt die Kriminalpolizei Salzburg ihre Ermittlungen fort – wegen vorsätzlicher oder fahrlässiger Gefährdung von Menschen.

("die presse", Print-Ausgabe, 08.04.2008)

Impfkritische Mediziner protestieren

07.04.2008 | 18:49 | (Die Presse)

Waldorfschule hat wieder geöffnet; Ärzte kritisieren "Panikmache" bei Masern.


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