Infektionsforschung: Forschungszentrum in Niedersachsen
abgelegt im Archiv Infektionskrankheiten, Epidemien , Medizin-News am 08.10.07
In Braunschweig wurde ein Zentrum für Infektionsforschung eingerichtet und neuerdings ausgebaut - das Helmholtzzentrum für Infektionsforschung (HZI), von der Bundesrepublik und dem Land Niedersachsen gemeinsam finanziert. 35 Millionen hat das Land jetzt noch einmal investiert - und dadurch erreicht, dass Professor Rudi balling, einer der erfolgreichsten Wissenschaftsmanager auf seinem Posten als wissenschaftlicher Direktor des HZI bleibt.
Wie schaffen es Bakterien und Viren, unser Immunsystem zu überlisten? Wie wehrt sich der Organismus gegen die Eindringlinge? Das sind die zentralen Fragen, denen sich die etwa 600 Mitarbeiter am Helmholtz-Zentrum widmen.
"Wir erforschen die grundlegenden Mechanismen von Infektionen und der Immunabwehr. Unser Wissen setzen wir ein, um Ideen für neue Medikamente gegen Infektionserreger oder für neue Impfstoffe zu entwickeln. Dazu arbeiten wir eng mit Universitäten, medizinischen Forschungseinrichtungen und der pharmazeutischen Wirtschaft zusammen."
Drei wissenschaftliche Projekte haben Wissenschaftsminister Stratmann und Balling als Schwerpunkte für die anstehenden Investitionen vereinbart:
(1) Gemeinsam mit der Technischen Universität Braunschweig soll ein Zentrum für Bioinformatik und Systembiologie aufgebaut werden.
(2) Für die Suche nach neuen Substanzen, mit denen sich Infektionen bekämpfen lassen, steht auf dem Campus des HZI in Braunschweig der Bau eines Wirkstoffzentrums an. Dort werden Chemiker gemeinsam mit den Infektionsforschern chemische Moleküle auf ihre antivirale oder antibakterielle Wirkung testen und sie für den Einsatz als Medikament oder Impfstoff optimieren. Maßgeblich an diesem Projekt beteiligt sein werden die Leibniz Universität und die Tierärztliche Hochschule in Hannover.
(3) "All diese wissenschaftlichen Projekte sollen aber auch für die Patienten in den Kliniken einen Nutzen bringen", fasst Stratmann zusammen. Deshalb unterstützt das Land mit den zugesagten Mitteln als dritten Baustein des Pakets den Aufbau eines Klinischen Testzentrums in Hannover gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule und der Fraunhofer Gesellschaft. "Dort werden die Ergebnisse, die wir in Rechnersimulationen und Laborarbeit gewonnen haben, unter standardisierten Bedingungen zum ersten Mal am Menschen überprüft", erklärt Balling.

Quelle: infopress.de, weitere Infos: http://www.helmholtz-hzi.de

Tags: Infektionen Infektionsforschung
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