Jaehzorn: Volksplage oder erlaubtes Ventil?

Jaehzorn: Volksplage oder erlaubtes Ventil?

Der Standard hat den Schweizer Psychotherapeuten Theodor Itten interviewt – es geht um die positiven und negativen Aspekte von Jähzorn. Mit Buch-Gewinnspiel.

derstandard.at: Jähzorn ist ein gesellschaftliches Tabuthema, ist er trotzdem ein notwendiges psychisches Ventil?

Itten: Für jähzornige Menschen ist das schon ein Ventil, sonst könnten sie nicht weiter funktionieren. Sie können ihren Zorn nur über den Jähzorn, also den heftig einbrechenden Zorn ausdrücken, weil sie sonst keine Form haben ihn zu äußern.

derStandard.at: Das heißt Jähzorn hat auch etwas Positives?

Itten: Ja, betroffene Menschen, die dazu befragt wurden, haben erzählt, dass es für sie eine Möglichkeit ist, sich auszudrücken, wahrgenommen zu werden. Schlussendlich können sich Menschen, die sich ganz schlecht fühlen, durch den Jähzorn noch äußern.

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Theodor Itten, geboren 1952, studierte Sozialwissenschaften und Psychologie in London und lebt als freischaffender Psychotherapeut und Psychologe in Sankt Gallen und Hamburg.


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