Kampf den resistenten Bakterien: Antibiotika-Symposion in Bayern
abgelegt im Archiv Arzneimittel, Medikamente, Produktion , Gesundheitsreform, Gesundheitspolitik , Infektionskrankheiten, Epidemien , Medizin-News am 20.06.07
In einer neuen Studie sollen Antibiotikaresistenzen in Lebensmitteln, Nutztieren und Menschen erforscht werden (die Unempfindlichkeit gegenüber Antibiotika) - das erklärte Bayerns Gesundheitsstaatssekretär Otmar Bernhard bei der Eröffnung eines interdisziplinären Antibiotika-Symposiums in München. Bernhard: "Antibiotikaresistente Bakterien sind auf dem Vormarsch. Es besteht die Gefahr, dass die 'Waffe' Antibiotikum in Zukunft zunehmend stumpfer wird." Das führe im Extremfall - beispielsweise gerade wenn verschiedene Antibiotika gegen ein Bakterium nicht mehr anschlagen - dazu, dass Infektionen nicht mehr therapierbar seien.
Ziel des mit 900.000 Euro geförderten Forschungsprojekts ist daher, in ganz Bayern Antibiotikaresistenzen in den Bereichen Lebensmittel, Veterinär- und Humanmedizin zu untersuchen. Unter Federführung des Instituts für Tierhygiene der Technischen Universität München werden rund 13.000 Bakterienstämme getestet, zum Beispiel Colibakterien auf Ampicillin- und Staphylokokken auf Penicillin-Resistenz. Es gelte, die Wirksamkeit bewährter und oft nebenwirkungsfreier Präparate so lange wie möglich zu erhalten, da die Entwicklung geeigneter Ersatzpräparate enorme Kosten und Zeit verschlingt.
Heute sind etwa 70 Prozent der Bakterien, die Infektionen in Krankenhäusern verursachen, gegen mindestens ein Antibiotikum resistent (widerstandsfähig, unempfindlich). Eine Erregergruppe, die vor allem über Lebensmittel ihren Weg zum Menschen findet, sind die Salmonellen. Jährlich erkranken bundesweit rund 52.500 Menschen an Salmonellose, davon alleine in Bayern über 8.000. Nach Expertenschätzungen treten in Deutschland jährlich etwa 250 Salmonellosen auf, bei denen eine antibiotische Behandlung nicht mehr anschlägt, weil der Erreger resistent ist.
In Deutschland wurden in der Humanmedizin 1.600 Tonnen Antibiotika im Jahr 2004, in der Tiermedizin 800 Tonnen im Jahr 2005 eingesetzt. Ausschlaggebend für eine Resistenzbildung ist vor allem eine falsche Anwendung der Substanzen, wie beispielsweise Über- oder Unterdosierung, ein zu frühes absetzen des Mittels oder ein unzureichender Wirkstoffwechsel bei längerfristigen Anwendungen.
Erforderlich ist eine leitliniengerechte Therapie, also insbesondere Antibiotikaeinsatz nur, wo es medizinisch zwingend notwendig ist, und die fortlaufende Information an Ärzte und Patienten. Der Vorsorge dienen das Streben nach stetiger Verbesserung der Krankenhaushygiene und eine gesteigerte Impfbereitschaft.
Quelle: infocomma und econopress.de
Bild: pneumologenverband.de

Tags: Antibiotika Bakterien Resistenzen restitente+Bakterien Antiobiotikaresistenz
Trackback: http://www.creative-weblogging.com/publish/mt-tb.pl/76559
Wong
Stimmen Sie ab für Kampf den resistenten Bakterien: Antibiotika-Symposion in Bayern:
|
Dieser Eintrag wurde mit: 7.75 Punkten (von 4 Stimme(n) insg.) bewertet.
|
| RSS | Alle Abonnements sehen |
|
Was ist RSS? | |
| Yahoo! |
|
| MEIN MSN |
|
| Bloglines |
|
| Followen Sie uns bei Twitter! |





