Kann man die Qualität einer Klinik messen? Messbare Gesundheit? Zweiter Qualitätsbericht
abgelegt im Archiv Chirurgie, Unfallbehandlung , Gesundheitsreform, Gesundheitspolitik , Krankheiten und Therapiemöglichkeiten am 14.11.07
Vor allem muss man auch fragen: Was hat der (künftige) Patient davon? Gibt ihm das die Möglichkeit, die (für ihn) beste Klinik herauszufinden?
Der zweite Qualitätsbericht, den die Kliniken in Deutschland Ende Oktober 2007 vorgelegt haben, kann - so heißt es in einer Pressemitteilung der Heidelberger Uniklinik - Patienten kaum dabei helfen, die leistungsstärkste Klinik für sich zu finden. Zwar enthält der Bericht erstmals 30 sogenannte Qualitätsindikatoren; doch fast alle lassen nur indirekt auf die Qualität der Behandlung schließen. Ihre Beurteilung erfordert zudem Fachwissen vom Patienten.
Die Fülle der Daten und die vorgegebene Fachsprache sind ein zusätzliches Hindernis für mehr Transparenz. Ergebnisse zur Behandlungsqualität werden nach wie vor - bis auf wenige Ausnahmen - nicht publiziert!
Darauf wies bei einer Pressekonferenz am 12. November 2007 in Heidelberg Professor Dr. Jörg Rüdiger Siewert, der Leitende Ärztliche direktor des Universitätsklinikums Heidelberg, hin. Im Gegensatz zum Ausland - insbesondere den USA - würden nach wie vor keine Ergebnisse zur Behandlungsqualität wie Überlebensraten oder Tumorrezidiv (Wiederauftreten von Krebsgeschehen, was erneute Behandlung erfordert) veröffentlicht. Ein Grund dafür sei der Datenschutz, der die Weitergabe der Behandlungsdaten von Krankenkassen verhindere.
Aussagekräftig seien im Qualitätsbericht 2007 die Daten zu Bypass-Operationen und Operationen der Halsschlagader. Denn nur bei diesen Ergebnissen wurde berücksichtigt, wie stark das Risiko der Patienten durch andere Erkrankungen war, Komplikationen bei den Eingriffen zu erleiden. Das Universitätsklinikum Heidelberg konnte hier im bundesweiten Vergleich Spitzenleistungen erzielen. Darauf hat Dr. André Michel, Leiter der Stabsstelle Qualitätsmanagement und Medizincontrolling am Universitätsklinikum Heidelberg, hingewiesen.
Nur zwei der 30 "Qualitätsindikatoren" berücksichtigen also Begleiterkrankungen des Patienten, sind damit "risikoadjustiert".
"Die sogenannte Risikoadjustierung sollte auch bei anderen Eingriffen und Therapien angewandt werden", so Dr. Michel. "Universitätsklinika haben meist deutlich kränkere Patienten als andere Kliniken. Deshalb bergen dort Eingriffe im Durchschnitt ein höheres Risiko." Durch die Risikoadjustierung ergibt sich für Heidelberg eine um 15% niedrigere Sterblichkeitsrate als im Bundesdurchschnitt.
Den Qualitätsbericht des Universitätsklinikums Heidelberg finden Sie im Internet hier.
Bild von dort, Text über idw
S. auch folgenden Artikel (der hierüber steht)

Tags: Klinik Klinikqualität Klinikwahl
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