Kapseln statt Spritze: Medikamentengabe der Zukunft ?

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Viele Menschen haben Angst vor der Spritze, der Medikamentengabe durch Injektion. Als besonders unangenehm gelten Verschreibungen, bei denen mehrere Spritzen, eine Serie von Injektionen nötig sind.
Dem wird man bald abhelfen können – in welchem Umfang, ob die Spritze ganz abgeschafft werden kann, muss sich zeigen.

Eine Forschergruppe der Universität Gent hat Mikrokapseln entwickelt, wenige Mikrometer große Gelkügelchen, aus denen Medikamente (Wirkstoffe) erst im Körper zeitversetzt freigegeben werden.
Man muss sich die kleinen Kapseln wie Minischwämme vorstellen, die von einer zunächst stabilen, aber wasserdurchlässigen Hülle umgeben sind. Die Struktur der Schwämme wird von Zuckersträngen gebildet, die an einen anderen Stoff ("HMEA") gebunden sind. Die Bindung wird im Blut gelöst. Die "Zuckerschwämme" können dann Wasser aufnehmen. Wasser dringt also in die Kapsel ein, sprengt die Hülle und setzt die Wirkstoffe, das Medikament frei.

Hauptsächlicher Vorteil des Verfahrens: Die Freigabe des Medikaments lässt sich so regeln, dass sie erst nach Tagen, Wochen oder gar Monaten erfolgt. Eine Serie von Spritzen mit wiederholten Injektionen wird dadurch überflüssig.

Bildquelle: http://www.dr-froelich.de/leistungen/eigenblut/
Text: Helge Mücke nach scienceticker.info


One Response to “Kapseln statt Spritze: Medikamentengabe der Zukunft ?”

  1. smille Says:

    Naja eine zeitversetzte Freisetzung kann ja höchstens die intramuskuläre Depotspritze für z.B. Neuroleptike erstzen. Sicher aber nicht die regelmäßige subkutane Gabe von Heparin zur Thromboseprophylaxe oder -therapie oder die Insulinagbe beim Diabetiker (wobei es hier Versuche mit inhalativem Insulin gibt).
    Also insgesamt ein enges Feld der Anwendungsmöglichkeit.

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