Klimawandel: Tropenkrankheiten an der Ostsee
abgelegt im Archiv Krankheiten und Therapiemöglichkeiten , Medizin-News , Umwelt und Hygiene , Verbraucherinformation am 08.01.07
Fluch der Karibik, Orientbeule, Malaria und ... und ... und
Beim Baden in der Ostsee bekamen mehrere Menschen Krankheiten, die sonst nur in warmen Gegenden auftreten - Folgen des Klimawandels? "Bild am Sonntag" hat auf das Thema aufmerksam gemacht (auf der Internetseite bild.t-online.de lässt sich das nachlesen, Link unten), in drastische Worte übersetzt, wie es sich für die Sonntagsausgabe eines Boulevardblattes gehört: von "Klimaschock" und "Killerkeimen" ist da die Rede.
Drei Badegäste in Mecklenburg-Vorpommern bekamen schwere eitrige Wundinfektionen an den Beinen - Diagnose: "Fluch der Karibik", verursacht von Vibrio vulnificus, einem Bakterium, das nur in warmen Gewässern (über 20°) gedeihen kann. Bei der starken Erwärmung der Ostsee im Sommer 2006 hatte sich Vibrio vulnificus drastisch vermehrt.
Das Bakterium gehört zu der Gruppe der Vibrionen, wozu auch die Erreger der Cholera zählen. Das Stäbchenbakterium, so lässt sich bei medizin.de nachlesen, ist "fakultativ anaerob, gramnegativ und streng halophil (salzbedürftig)" - es kann ohne Sauerstoff leben, färbt sich bei einem bestimmten Test rot und lebt nur in Salzwasser. Der Keim benötige eine Salzkonzentration von minimal 5% sowie Wassertemperaturen von mindestens 20 Grad Celcius. Die ansteckung erfolge "hauptsächlich über Wunden, die als Eintrittspforte dienen. Deshalb kann es beim Waten oder Baden bzw. beim Kontakt mit Salzwasser über verletzte Haut zur Infektion kommen. Über Infektionen wurde zudem wiederholt bei der Verarbeitung von kontaminierten (befallenen) Meeresfrüchten, zum Beispiel Shrimps oder Austern, berichtet. Auch kann es beim Verzehr von rohen Meeresfrüchten, wie Austern, Muscheln oder Shrimps, zur Infektion kommen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch kommt hingegen nicht vor."
Rechtzeitig erkannt, lässt sich der "Fluch der Karibik" mit Antibiotika erfolgreich behandeln. In der rechtzeitigen Diagnose liegt bei uns das Hauptproblem - Ärzte müssen entsprechend nachgeschult werden. Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt hat deshalb ein Merkblatt für Ärzte herausgegeben (auf dieser informativen Seite links am Rand als PDF-Datei zu finden).
"Bild" zählt weitere Tropenkrankheiten auf, die neuerdings häufiger bei uns vorkommen und deshalb dem Klimawandel zugeschrieben werden: Leishmaniose, die Orientbeule - Infektionsquelle sind Hunde, die aus dem Mittelmeer-Urlaub wieder mit nach Hause gebracht werden; und Malaria - weil die Fiebermücke Anopheles jetzt auch in Deutschland vorkommt, um nur zwei der Beispiele zu nennen.
Lesen Sie weitere Einzelheiten bei bild.t-online.de.
Bild: city.niigata
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Permalink: Klimawandel: Tropenkrankheiten an der Ostsee
Tags: Vibrionen Vibrio+vulnificus Fluch+der+Karibik Orientbeule Leishmaniose Malaria Klimawandel Klimascho
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Wong
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