Krebstherapien: Hilfe durch Nanotechnologie?
abgelegt im Archiv Krankheiten und Therapiemöglichkeiten , Medizin-News am 29.08.05

Zu den umstrittenen modernen Techniken gehört (wie die Gentechnik) die Nanotechnologie. Das ist ein Sammelbegriff für die Nutzung oder Manipulation von sehr kleinen Strukturen (griechisch nanos = Zwerg): kleiner als 100 Nanometer (1 Nanometer = 1 Millardstel = 10-9 Meter). Sicherlich kann und sollte man auch dieses Forschungsgebiet nicht pauschal verurteilen - die Fragwürdigkeit beginnt auch in diesem Fall da, wo die Risiken nicht genügend bekannt sind. (Von einer Studie der Allianz-Versicherung zu Möglichkeiten und Risiken hatte ich bereits an anderer Stelle berichtet.)
Ein Beispiel aus der Krebstherapie mag Sinn und Nutzen der Nanotechnologie zeigen.
Bei der Behandlung von Tumoren werden in der Regel mehrere Strategien parallel eingesetzt - dabei kann jedoch das Problem der Vereinbarkeit und Koordination entstehen.
Setzt man einerseits Mittel ein, die die Blutgefäße der Tumoren zerstören (damit diese nicht weiter für ihr Wachstum versorgt werden können), kann man andererseits die chemotherapeutischen Medikamente (Toxine, die Krebszellen zerstören) nicht nahe an die Tumorzellen heranbringen, denn dazu würde man den Transport im Blut (der inzwischen zerstörten Gefäße) nutzen müssen.
Hilfe schafft nach neueren Forschungsergebnissen die Nanotechnik! Man kann sie wie ein "trojanisches Pferd" benutzen. Das berühmte "Massachusetts Institute of Technology" (MIT) hat erste Experimente dazu erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurden Strukturen geschaffen, die man sich als "Ballon im Ballon" vorstellen muss. Im inneren Ballon befinden sich die Wirkstoffe der Chemotherapie. Der äußere Ballon enthält den Blutgefäße zerstörenden Wirkstoff. Die Außenhaut bekommt außerdem einen Stoff, der die Abwehr des Immunsystems lahmsetzt (sonst würde die Nanozelle, der "Ballon", gar nicht durchgelassen werden!).
Ist die Nanozelle erst im Tumor angekommen, kann die Zerstörung der Blutgefäße beginnen. Zugleich löst sich die Haut des Innenballons (bildlich gesprochen) auf, und die chemotherapeutischen Wirkstoffe werden frei und zerstören den Tumor selbst.
Das MIT hat dieses Verfahren an Mäusen bereits getestet: Es zeigte sich, dass dieses Doppelverfahren effektiver als andere Maßnahmen Tumorzellen zerstört, die Neubildung von Gefäßen verhindert und die Schädigung des umliegenden gesunden Gewebes bremst. Den Bericht entnahm ich der Gesundheitsseite der BBC.
Ein spannendes Forschungsergebnis, das auf weiteren Fortschritt hoffen lässt!
Zur Nanotechnologie gibt es auch eine umfassende Studie des deutschen Forschungsministeriums.
Bildquelle: http://www.altana-electrical-insulation.com/index.php?content=/deutsch/nanophase.php&service=deutsch/service.php
Text: Helge Mücke

Permalink: Krebstherapien: Hilfe durch Nanotechnologie?
Tags: Krebs Nanotechnologie gesundheit nanotechnologie durch hilfe+durch krebstherapien+hilfe durch+nanote
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Kommentar von:
Jörg Djuren
(03.11.07 21:07 Uhr)
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