Kritik an Illners Sendung zur Altenpflege

Kritik an Illners Sendung zur Altenpflege

"Es gibt tatsächlich noch Menschen, die diesen Beruf ergreifen wollen", sprach Maybrit Illner und während sie Martin Bollinger im Publikum aufsuchte, formulierte sie die Frage, "sind Sie verrückt"?

Nun, wir kennen "unsere" Maybritt Illner als engagierte Moderatorin und dennoch darf an dieser Stelle Kritik angemeldet werden …

So beginnt Lutz Barths Kritik an Maybritt Illners Sendung von "Berlin Mitte" über die Probleme mit der altenpflege. Lutz Barth betreibt die Internetseite IQB zu Medizin-, Pflege- und Psychiatrierecht.

"Was bleibt, so muss gefragt werden?", meint er abschließend und empfiehlt, sich
selbst ein Bild darüber zu machen, "ob die mediale Aufbereitung des gewichtigen Themas nicht selbst ein "Alptraum" war! Nun wollen wir nicht verschweigen, dass die Diskussionsteilnehmer bemüht waren, sich dem Thema angemessen zu nähern und allen voran scheint Fussek mit seiner Annahme recht zu haben, dass ein Paradigmenwechsel im System notwenig angezeigt ist. Ob dies allerdings durch eine Abschaffung der Pflegestufen zu bewerkstelligen ist, da in der Konsequenz eine gute Pflege weniger Geld bedeute, bleibt dahingestellt. Weitaus wichtiger scheint mit Blick auf die stationären Alteneinrichtungen die Frage zu sein, ob die Altenpflege sich nicht selbst ihrer traditionellen Berufsrolle sukzessive begeben hat, in dem sie jahrelang im Rahmen ihrer Professionalisierungsbemühungen mit ihrem Schwesterberuf der Krankenpflege konkurrierte. Die derzeitige systemfremde Finanzierung und Übernahme der Behandlungspflege der Alterspatienten in stationären Pflegeeinrichtungen durch die Pflegeversicherung mit ihrer permanenten Verlängerung trägt im Wesentlichen zur derzeitigen Situation bei, die im Übrigen durch das Prinzip ambulanter vor stationärer Pflege m.E. nicht entschärft wird."

Lesen Sie die ganze Pressemitteilung bei openPR.


One Response to “Kritik an Illners Sendung zur Altenpflege”

  1. Michael Says:

    Ich weiss jetzt zwar nicht wirklich, was die Frage nach der Verrücktheit der Pflegekräfte mit Fusseks Forderung nach einem Paradigmenwechsel zu tun hat und ich weiss auch nicht wo Lutz Barth dies geschrieben hat (ein Link wäre ganz nett gewesen…) aber man muss sich in den meisten Sozialberufen schon ernsthaft nach dem Geisteszustand derjenigen erkundigen, die noch immer in solchen Berufen arbeiten.

    Ein Berufsanfänger weiss in aller Regel nicht, was auf ihn zukommt: Er weiss weder die zukünftige Arbeitsbelastung richtig einzuschätzen noch kann er einschätzen, wie knapp Gehalt sein kann, wenn man davon ggfs. eine ganze Familie ernähren soll.

    Pflegekräfte arbeiten zu unannehmbaren Bedingungen – jeder, der hinschaut, weiss das und dank Personalknappheit produzieren sie nicht nur nachlässige, sondern gefährliche Pflege.

    Die Schuld der Pflegenden an dieser Misere liegt aber darin, dass sie sich nicht auf die Hinterfüsse stellen. Sie akzeptieren jede weitere Einschränkung personeller Ressourcen (“wird schon gehen”) und verschieben Jahr um Jahr ihre eigene Toleranzgrenze in Richtung Unmenschlichkeit.

    Folge: Entweder sie stumpfen ab, weil sie überleben müssen – oder sie werden krank. Viel zu wenige nehmen ihre Füsse in die Hände und verlassen diese Berufe. Und die paar Wenigen, die nach oben flüchten, indem sie selbst zu Leitungen von Pflegeeinrichtungen werden, schreiben in aller Regel auch nur den Mist weiter, der schon seit Jahren vorgelebt wurde

    Alles Gefasel über Pflegemisere & Co können wir aufgeben – es hört sowieso niemand wirklich zu. Was wir brauchen, ist eine Abstimmung mit den Füssen: Raus aus diesen Berufen!

    Jeder, der heutzutage Krankenschwester, Altenpfleger, Kindergärtnerin, Sozialarbeiter o.ä. wird, hat einen an der Klatsche.

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