Maennergesundheit: Kongress Maennerleben in Hannover, November 2009
abgelegt im Archiv Frauen und Männer , Prävention, Gesundheitsvorsorge am 04.12.09
Von Männergesundheit war in diesem Blog schon einmal die Rede. Es wäre mal interessant, dem nachzugehen, was aus der Studie der Gewerkschaft geworden ist - aber das ist hier nicht das Thema. Vor kurzem hat in Hannover eine Tagung zu dem Themenkreis stattgefunden. An so etwas habe ich noch nie teilgenommen - so war ich sehr gespannt. Um das gleich vorwegzunehmen: Frauen durften auch teilnehmen - und haben das auch getan, teils einzeln, meist als Paar-Partnerin.

"Das MännerLeben®-Projekt vereint unterschiedliche Elemente zu einem harmonischen Bildungs- und Erlebniskonzept", lautet das Motto auf der Netzseite des Veranstalters.
Fürwahr: eine große Vielfalt des Angebotes, harmonisch zusammengebunden - so mein positiver Eindruck, auch wenn ich nicht alles wahrnehmen konnte (denn es gab viele Parallel-Angebote). Vorträge, Workshops, Körperanwendungen = well étage und ein lebendiges, bunt gemischtes Publikum. Und: Die Räumlichkeiten in Hannover waren gut gewählt, das Sparkassen-Forum eignet sich hervorragend.
Noch ein Motto: "Lebenskunst bleibt ein individueller Übungsweg, der nie endet" (den Urheber konnte ich hier nicht eindeutig feststellen, Prof. Sennheiser?).
Zum 11. Mal findet bereits der Kongress statt (auch in Hannover? dann wäre das bisher an mir vorbeigegangen; will sagen: könnte im Kulturleben der Stadt noch mehr wahrnehmbar sein ...), die Keimzelle ist in Esslingen.
Etliche Sponsoren unterstützen das Projekt, so mussten sie auch die Grußworte sprechen. Damit begann es am Morgen, Grußworte des Veranstalters und der Sponsoren. Joachim E. Keding, Geschäftsführer von Gesundheitspflege initiativ, Prof. Sennheiser von der Akustikfirma, Theo Stepp, Leiter Unternehmenskommunikation der Weleda. Da musste man durch als Mann - dann aber brachte eine Frau Bewegung hinein, Prof. Gudrun Schröfel, Vizepräsidentin der Musikhochschule Hannover hieß uns singen, inhaltlich sehr passend, ein Kanon von Joseph Haydn:
Ein einzig böses Weib
lebt höchstens in der Welt,
nur schlimm, dass jeder seins
für dieses einzge hält.
Nein, das einzige Weib dieser Art gibt es natürlich nicht, das sei der Gesundheit zuliebe hinzugefügt. Gleich danach ließ ich mich von einer anderen Frau (Bettina Schablow) in Qi Gong einführen - mit Engelsgeduld (ich war allzu unbeholfen, es war meine erste direkte Begegnung).

Danach tauchte ich ganz in die Abteilung Spiritualität ein. Sebastian Gronbach hielt erst einen packenden - rhetorisch ausgefeilten und doch lockeren: wie schafft man das? - Vortrag und leitete danach einen Workshop mit gemeinsamer Meditation. "Wenn der ganze Mann erwacht ..." sein Thema - meinem Eindruck nach hat er die Zuhörer sehr überzeugen können. Wie kann der postmoderne Mann zu seinem spirituellen Kern finden? Wie ist es, wenn der ganze Mann erwacht? Was ist Deine Mission? Wie lebst du deine Mission? Es wäre vermessen, die Grundgedanken hier zu referieren, die Gefahr der Verkürzung zu groß, nur ein paar wenige Stichworte: Der Mann vertritt das Sein, die Ewigkeit - die Frau das Leben. Der erwachte Mann muss beide Richtungen verbinden können (lernen): die Vertikale, das Rückgrat - die Waagerechte, das Herz. Die Suche beenden - sich entscheiden! (Erfüllung NICHT in Partnerschaft und/oder Beruf!) Was mache ich gerne? ist ein guter Hinweis auf die möglich Mission. Wofür wäre ich bereit, mein Leben einzusetzen? Das Leben (die Frau) testet uns permanent: Bist du aufrecht, hast du Rückgrat? Literaturhinweis: Sebastian Gronbach: Missionen.
In der Kategorie Sinnlichkeit konnte ich meinen Hörsinn üben - "Ich glaub ich hör' nicht richtig ...", lautete sinnig der Titel des Vortrags mit Demonstrationen von Brunko Viole, Physiotherapeut, Institut für ganzheitliche Regulation. Die heute übliche Rundum-Dauerbeschallung schadet uns mehr, als bisher bekannt war. Aber es gibt Gegenmaßnahmen, die vorgeführt wurden, und Tipps für die eigene Stereoanlage. S. www.ganzheitliche-regulation.de
Der Raum ist zu knapp, um hier alle Eindrücke zu schildern. Ich kann nur sagen: eine rundum gelungene Veranstaltung - hervorragend organisiert -, man konnte aus einer Fülle viel erfahren und sich lebendig machen, viel Gelegenheit zu interessanten Gesprächen (nicht zu unterschätzen), und man konnte sich hinterher gesundet fühlen.
(C) Text: Helge Mücke, Hannover; das obere Bild ist der Titelseite der Programmbroschüre entnommen, zeigt Patrick Broome, den Yogatrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft (Foto Patrick Broome selbst); das untere vom Textautor aufgenommen.

Tags: Männergesundheit, Männer, Männer und Frauen, Gendermedizin,
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