Magengeschwür durch Helicobacter pylori schon vor 60000 Jahren?

Magengeschwür durch Helicobacter pylori schon vor 60000 Jahren?

Schon vor 60.000 Jahren hatten die Menschen Magengeschwüre – so weit reicht die Stammesentwicklung, die Evolution des Bakteriums Helicobacter pylori zurück, wie man mit Hilfe von Computermodellen berechnet hat.

Als die ersten modernen Menschen von Ostafrika aus die Welt besiedelten, waren bereits viele von ihnen mit Helicobacter pylori infiziert. Wie ein internationales Forscherteam am Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie feststellte, muss der Keim, der Magengeschwüre verursacht (was man noch nicht allzu lange mit Sicherheit weiß), seit damals in Gemeinschaft mit dem Menschen leben.

"Die Wissenschaftler verglichen die Erbinformation von über fünfhundert Proben des Bakteriums Helicobacter pylori aus Europa, Afrika und Asien und rechneten deren weltweite ausbreitung mit Computermodellen nach. Wie sie feststellten, haben die untersuchten Bakterienstämme einen gemeinsamen Ursprung, der sich zeitlich und örtlich mit der Wiege des modernen Menschen vor rund 60.000 Jahren in Ostafrika deckt. Die Ausbreitung des Magenbakteriums und die des modernen Menschen verliefen parallel zueinander, konnten die Forscher zeigen. Sie gehen deshalb davon aus, dass bereits die ersten modernen Menschen mit dem Magenbakterium lebten.

In den genetischen Unterschieden der Helicobacter-pylori-Stämme spiegeln sich auch kleinräumigere Wanderbewegungen wider, wie etwa jene der jungsteinzeitlichen Kulturen in Europa. Die neuen Erkenntnisse zur Ausbreitung des Magenbakteriums könnten daher helfen, weniger bekannte Wanderbewegungen der Menschen besser zu verstehen."

Originalveröffentlichung: Bodo Linz (Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, Berlin) et al.: Nature, Online-Vorabveröffentlichung, DOI 10.1038/nature05562
ddp/wissenschaft.de – Fabio Bergamin

Meine Quelle: wissenschaft.de
Bild: fondef.cl


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