Mandeln hoechst gesund - erneut bestaetigt
abgelegt im Archiv Ernährung am 07.04.08

Von PRNewswire (über ots) aus San Diego in Kalifornien war zu erfahren, dass die gesundheitlich positive Wirkung von Mandeln jetzt noch besser bekannt ist und näher erforscht wurde. In meinem Standardwerk der Phytotherapie von Josef Karl von 1978 steht noch nicht sehr viel - da ist hauptsächlich von Spasmolytikum die Rede, einer Krampf lösenden Wirkung, und die Reiz lindernde Wirkung auf die Atemwege bei innerlicher Anwendung beschrieben. Es heißt da aber auch: dosis letalis, die Menge also, die zum Tode führt: 50 bis 60 Stück bei Erwachsenen, 5 bis 12 bei Kindern. Das wollte ich doch vorweg schicken - kommen Sie also nicht auf Idee, jetzt größere Mengen an Mandeln pur zu essen!!
Die auf dem Internationalen Kongress für Experimentelle Biologie vorgestellten Forschungsergebnisse geben Aufschluss darüber, warum Mandeln - über ihre cholesterinsenkenden Eigenschaften hinaus - dazu beitragen könnten, das Risiko von Herzerkrankungen zu verringern.
Eine Reihe von Gründen werden aufgeführt, warum Mandeln - über ihre cholesterinsenkende Wirkung hinaus - eine Schlüsselrolle in der Herzgesundheit spielen. Darüber hinaus zeigen die neuesten Ergebnisse, dass Mandeln möglicherweise sogar die Darmgesundheit verbessern - und somit ein einfacher Snack sind, der in punkto Gesundheit den Unterschied ausmacht.
In zwei neuen Studien wird der cholesterinsenkende Effekt von Mandeln belegt. In der ersten der beiden Studien wurde die Langzeitwirkung des sogenannten Portfolio Eating Plans untersucht, einer Ernährungsmethode, bei der zur Senkung des Cholesterinspiegels verschiedene herzgesunde Nahrungsmittel wie etwa Mandeln und Soja verzehrt werden. Bei Probanden, die sich eng an die Vorgaben hielten (Therapietreue über 75 Prozent), wurde nach drei Jahren eine Senkung des "schlechten" LDL-Cholesterins um durchschnittlich 24 Prozent festgestellt - eine signifikante und klinisch relevante Reduzierung.
In der zweiten Studie wurde die Wirkung nur von Mandeln auf den Cholesterinspiegel untersucht. Die Studie ergab eine 9-prozentige Senkung des LDL-Spiegels bei Probanden, die 16 Wochen lang zwanzig Prozent der aufgenommenen Kalorien aus Mandeln bezogen, im Vergleich zu einer einprozentigen LDL-Senkung bei Studienteilnehmern, die sich ohne Nüsse ernährten. Gleichzeitig stieg in der Gruppe, in der Mandeln auf dem Speiseplan standen, das "gute" bzw. HDL-Cholesterin an.
Der Verzehr von Mandeln wird darüber hinaus mit einem geringeren Risiko einer Herzerkrankung verknüpft, wobei ihre cholesterinsenkende Wirkung jedoch nur Teil der Erklärung ist. Drei weitere neue Studien bieten Hinweise auf weitere Faktoren, die dabei möglicherweise eine Rolle spielen - wobei ich (der Referent) hier nur knapp die Ergebnisse nenne, ohne den Forschungsweg zu beschreiben:
(1) Mandeln können die vom Körper freigesetzte Menge Insulin reduzieren.
(2) Die in Mandeln enthaltenen Antioxidanzien können eine Rolle bei der Reduzierung oxidativer (durch Sauerstoff verursachter) Schäden spielen. Mandeln enthalten ähnliche Mengen Antioxidanzien (Vitamin E und Phenole) wie sie auch in bestimmten Obst- und Gemüsearten zu finden sind und können, wie bereits in früheren Studien nachgewiesen wurde, die LDL-Oxidation reduzieren.
(3)Das in Mandeln enthaltene Fett wird nur langsam freigesetzt. Ein Ansteigen der Blutfettspiegel bzw. der Triglyceride nach einer Mahlzeit ist ein Risikofaktor für Herzerkrankungen. Demgegenüber kann ein langsames Freisetzen und Verdauen der Nahrungsfette die Triglyceridwerte senken.
Hinzu kommt schließlich die sog. präbiotische Wirkung von Mandeln:
Eine Möglichkeit zum Erhalt der Darmgesundheit ist der Verzehr von Nahrungsmitteln mit prä- und probiotischen Substanzen. Probiotika kommen auf natürliche Weise in Nahrungsmitteln vor oder werden ihnen zugesetzt und versorgen den Darm mit günstigen Bakterienarten. Demgegenüber sind Präbiotika unverdauliche Pflanzenbestandteile. Nützliche Bakterien im Darm, wie sie beispielsweise auch durch probiotische Nahrungsmittel geliefert werden, unterstützen den Körper jedoch bei der Verdauung dieser Verbindungen. Dies wiederum führt zur Freisetzung weiterer gesunder Substanzen, die zur Stärkung des Immunsystems sowie zu einer insgesamt gesünderen Darmflora beitragen.
Eine Portion Mandeln (empfohlen wird etwa eine Handvoll bzw. 23 Stück) ist eine ausgezeichnete Quelle für Vitamin E sowie Magnesium und wartet darüber hinaus mit Proteinen, Faserstoffen, herzgesunden, einfach ungesättigten Fettsäuren, Kalium, calcium, Phosphor und Eisen auf. Mandeln wirken sich nicht nur positiv auf die Gesundheit aus - sie verleihen jeder beliebigen Haupt- oder Zwischenmahlzeit auch Geschmack und "Biss".
Weitere Informationen (in Englisch): www.almondsarein.com
Bild (zeigt frische Früchte am Baum): dietermann bei pixelio.de

Permalink: Mandeln hoechst gesund - erneut bestaetigt
Tags: Mandeln Herzgesundheit HerzKreislauf Darmgesundheit Präbiotika Cholesterin Insulin Diabetes
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Kommentar von:
Dennis
(07.04.08 21:41 Uhr)
Kommentar von:
Helge
(08.04.08 9:38 Uhr)
Danke für die wichtigen Ergänzungen!! Hätte an Süßmandeln denken müssen, allerdings werden wohl auch teilweise Bittermandeln verkauft. Gute Infos fand ich auf der Seite der Uni Graz: uni-graz.at/~katzer/germ/Prun_dul.html (die üblichen Vorbuchstaben habe ich weggelassen, weil eine Automatik sonst den Kommentar entfernt).
Danke auch für den Linkhinweis - ich überprüfe eigentlich immer nochmal, aber hier hatte ich es tatsächlich verpasst ...
Danke auch für den Linkhinweis - ich überprüfe eigentlich immer nochmal, aber hier hatte ich es tatsächlich verpasst ...
Kommentar von:
Dennis
(08.04.08 12:49 Uhr)
Leider suggerieren die Bilder, dass Süßmandeln weiß sind. Es scheint sich dabei aber um gehäutete Mandeln zu handeln (siehe was-wir-essen.de/abisz/nuesse_einkauf_kennzeichnung_nusssorten.php, weiter unten), äußerlich unterscheiden sich Süß- und Bittermandeln wohl nur durch die Form, wenn ich das richtig verstanden habe (Bittermandeln sind etwas breiter).
Auf zappelphilipp.de/kochen/wuerzen/mandel.htm finden sich die selben Bildern, aber auch die Angabe "Lediglich die kalifornischen Mandeln können als vollständig amygdalinfrei betrachtet werden". Solche "kalifornischen Mandeln" kaufe ich bei einem bekannten Lebensmitteldiscounter und verwende sie sehr gerne und häufig - daher mein Interesse. Die Form ist die gleiche wie die Süßmandeln auf dem Foto, aber ansonsten sehen sie genauso aus wie die Bittermandeln.
Auf zappelphilipp.de/kochen/wuerzen/mandel.htm finden sich die selben Bildern, aber auch die Angabe "Lediglich die kalifornischen Mandeln können als vollständig amygdalinfrei betrachtet werden". Solche "kalifornischen Mandeln" kaufe ich bei einem bekannten Lebensmitteldiscounter und verwende sie sehr gerne und häufig - daher mein Interesse. Die Form ist die gleiche wie die Süßmandeln auf dem Foto, aber ansonsten sehen sie genauso aus wie die Bittermandeln.
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