Medizin-Nobelpreis 2007 für Genschalter in Knockout-Mäusen

Medizin-Nobelpreis 2007 für Genschalter in Knockout-Mäusen

Spät kommen sie, aber sie kommen: die Medizin-Nobelpreise für Forscher, die es längst verdient haben. Zehn Millionen Kronen, rund 1,09 Millionen Euro, bekommen drei alte Männer: die beiden Amerikaner Mario Capecchi (aus Italien stammend) (70) und Oliver Smithies (82) und der brite Martin J. Evans (66).

Vereinfacht könnte man sagen: Sie haben den Genschalter erfunden. Sie haben Verfahren entwickelt und angewendet, durch die bei Mäusen bestimmte Erbanlagen (Gene) ausgeschaltet werden. Man kann dann erkennen, welche Funktion diese Gene haben, und (weil die veränderten Abschnitte markiert sind) die weitere Entwicklung verfolgen. Humorlos scheinen Wissenschaftler auch nicht gerade zu sein – denn solche Mäuse werden von ihnen "Knockout-Mäuse" genannt.

"Diese drei Wissenschafter haben bahnbrechende Ergebnisse in der Stammzellforschung, speziell im Bereich der embryonalen Stammzellen und der DNA-Rekombination bei Säugetieren, erzielt" – so sagt das Nobelpreiskomitee (DNA = Erbträger, Rekombination = Veränderung der Zusammensetzung).

Die Erkenntnisse der Wissenschaftler hätten dabei geholfen, "zahlreiche Gene der embryonalen Entwicklung, der Physiologie von Erwachsenen, des Alterns und von Krankheiten" besser zu verstehen, erklärte das Nobelpreiskomitee außerdem. Bislang sei es den Forschern bereits gelungen, etwa 10.000 Mäusegene kontrolliert auszuschalten, das sei etwa die Hälfte der Gene der Säugetiere.

Kritiker der Genforschung werden weniger erfreut sein.
Und doch glaubt das weise Komitee: "Die Auswirkungen für das Verständnis von Gen-Funktionen und die daraus resultierenden Gewinne für die Menschheit werden noch viele Jahre weiter anwachsen."
Darf man die Übertragbarkeit des "Mäusemodells" auf den Menschen anzweifeln?

Text nach verschiedenen Quellen (Agenturmeldungen)
Bildquelle: bloodymary, pixelio.de


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