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Mehr Widerstand: Multiresistente Infektionen nehmen in Krankenhäusern zu - vom 124. Chirurgenkongress

abgelegt im Archiv Infektionskrankheiten, Epidemien , Umwelt und Hygiene am 19.04.07

Mehr Widerstand: Multiresistente Infektionen nehmen in Krankenhäusern zu - vom 124. Chirurgenkongress

Krankheitskeime, gegen die jedes antibiotikum machtlos ist, werden in deutschen Kliniken häufiger: Schon mehr als jede fünfte Infektion wird von einem multiresistenten Erreger wie dem Methicillin resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) verursacht. Ganz anders ist dies in den Niederlanden: Trotz ähnlicher Patientenstrukturen machen dort multiresistente Keime weniger als ein Prozent der Infektionen aus. Was sich in deutschen Kliniken ändern müsste, ist ein Thema einer Presseveranstaltung im Rahmen des 124. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH). Diese findet vom 1. bis 4. Mai 2007 im ICM München statt.
"Patienten, bei denen MRSA festgestellt wird, sollten umgehend isoliert werden", fordert Professor Dr. med. Volker Bühren, Ärztlicher Direktor der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Murnau, im Vorfeld des Chirurgenkongresses. MRSA gelangt von infizierten Patienten in die Krankenhäuser und wird meist vom medizinischen Personal weiter verschleppt - aufgrund mangelhafter Hygiene oder weil sich der Keim monatelang unbemerkt in den Nasen-Rachen-Räumen aufhält und so auf weitere Patienten überträgt. Der MRSA-Anteil an Infektionen ist in den letzten Jahren in Deutschland von 15 auf über 20 Prozent angestiegen. Intensivpatienten, Patienten mit großflächigen Wunden, Diabetiker und Patienten aus Alters- oder Pflegeheimen sind besonders häufig betroffen. Ihre Behandlung kann sehr problematisch verlaufen, weil die Infektion ungehemmt voranschreitet.

Mit lückenlosen Hygienemaßnahmen könnte diese hohe Zahl deutlich verringert werden. Dies zeigt sich an europäischen Nachbarländern wie den Niederlanden, die diese bereits praktizieren. In Deutschland müssten in Zukunft Risikopatienten bei Einlieferung ins Krankenhaus auf solche Erreger untersucht werden. "Bei nachgewiesener Besiedlung mit MRSA sollten sie von anderen abgeschottet werden. Die Schaffung spezialisierter Stationen mit entsprechender baulicher, personeller und organisatorischer Ausstattung kann die Behandlung der Patienten verbessern und eine Übertragung innerhalb des Krankenhauses verhindern", erläuterte Professor Bühren.

Weitere Infos: dgch.de
Bild: klinikhygiene.uni-mainz.de


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Tags: Hygiene  Krankenhaus  Krankenhaushygiene  Multiresistente+Krankheitskeime  Chirurgie  MRSA  Antibiotika 

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